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Panorama Knappe Streusalzvorräte in Niedersachsen
Nachrichten Panorama Knappe Streusalzvorräte in Niedersachsen
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14:54 04.02.2010
In vielen niedersächsischen Landkreisen ist der Streusalzvorrat knapp. Quelle: dpa (Archiv)
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Streusalz wird in den Städten und Landkreisen in Niedersachsen mehr und mehr zur Mangelware. Die Behörden müssen inzwischen mit Vorräten haushalten. In den meisten Orten und Landkreisen werden, wie in Uelzen, nur noch die wichtigsten Straßen, Kreuzungen und Kurven gestreut. In einigen Regionen wird das Salz mit Split gemischt. Das ergab eine Umfrage am Donnerstag.

Nur in der Grafschaft Bentheim gibt es keine Probleme mit der Streusalzversorgung. „Wir haben gerade erst wieder etwas bekommen“, sagte eine Sprecherin. „Wir können zwar nichts abgeben, haben aber genug für den Eigenbedarf.“ In Hannover sieht es ebenfalls relativ entspannt aus. „Wir bekommen kontinuierlich Salz geliefert“, sagte die Sprecherin des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Hannover, Franziska Saniter. Der Vorrat reiche bis etwa nächste Woche.
„Wir haben noch Salz und gehen sehr sparsam damit um“, sagte in Bremen der Sprecher des Amtes für Straßen und Verkehr, Martin Stellmann. Die Vorräte sollen nach Angaben von Stellmann nie ganz aufgebraucht werden. „Wir wollen uns nicht auf die angekündigten Nachlieferungen verlassen.“

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In vielen anderen Gemeinden und Kreisen sieht es dagegen nicht gut aus. In Aurich gibt es zur Zeit gar kein Salz mehr. „Die Lage ist absolut nicht entspannt“, sagte Kreissprecher Manfred Galka am Donnerstag. Die letzten Vorräte sind weg, eine neue Lieferung von 25 Tonnen ist noch nicht eingetroffen. „Aber das reicht gerade für einen Umlauf“, sagte Galka. Angesichts der Engpässe beim zentralen Versorger Deutscher Straßendienst ist die Versorgung ungewiss.

Das Tief „Miriam“ hat weiteren kräftigen Schneefall nach Deutschland gebracht. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Unwettern bis in die Nacht zum Mittwoch. Aber in den nächsten Tagen sieht es für das Flachland nach Tauwetter aus. Darum schnell noch mal ein Blick auf die verschneite Winterlandschaft.

Engpässe gibt es auch im Kreis Holzminden. „Mau sieht es aus“, sagt Rolf Lotze, der Chef der Straßenmeisterei des Kreises Holzminden in Stadtoldendorf. Der Vorrat im eigenen Salzlager reiche ohne Nachschub noch für rund zwei Tage. Derzeit seien allerdings alle Straßen im Solling abgestreut und befahrbar. Knapp ist das Streusalz auch im Harz. „Es reicht gerade aus, um über die Runden zu kommen“, sagt der Sprecher des Landkreises Goslar, Dirk Lienkamp. Nur Autobahnen und die größeren Straßen werden allerdings abgestreut.

Knapp ist Salz auch in den Landkreisen Verden und Uelzen. „Wir haben Salz, aber nicht in dem Umfang, den wir bräuchten“, sagte die erste Kreisrätin Regina Tryta in Verden. „Man muss sich das Salz einteilen.“ „Die Lage bleibt schwierig“, sagte Tryta. Im Landkreis Uelzen reichen die Vorräte noch für die nächsten vier bis fünf Tage. „Wir haben nur noch 100 Tonnen und hoffen, dass wir bald wieder Salz bekommen“, sagte die Amtsleiterin des Landkreises Uelzen, Renate König. Bisher habe die Behörde jede Woche 50 Tonnen Salz bekommen.

Der Winter legt keine Pause ein: Starke Schneefälle und stürmischer Wind haben am Donnerstag den Straßen- und Flugverkehr in weiten Teilen Deutschlands behindert.

„Wir haben nur noch geringste Restbestände“, sagte der für Braunschweigs Winterdienst zuständige Sprecher Holger Horn. Das verbliebene Salz - soweit es nicht für wichtige Straßen wie Klinikzufahrten zurück behalten werde - werde mit Split gemischt. „Das Mischungsverhältnis wird immer dünner“, sagte er.

In der Stadt Osnabrück traf die letzte Lieferung am 4. Januar ein. Der Großlieferant könne nicht liefern, sondern bevorzuge Straßenbauämter und Autobahnmeistereien. Kommunen und Privatkunden hätten das Nachsehen, sagte der Leiter des Bauhofs und der Straßenunterhaltung, Dirk Tesche. Seine Mitarbeiter setzten nun auf Edelsplitt als Streumittel, das aber im Vergleich mit Salz viele Nachteile habe. Es taue nicht den Schnee auf, fliege auf vereisten Straßen schnell weg und müsse hinterher kostenintensiv von den Straßen wieder weggekehrt werden.

lni

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