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Panorama Koch serviert Waschbär-Keule zu St.Martin
Nachrichten Panorama Koch serviert Waschbär-Keule zu St.Martin
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14:20 12.11.2015
Ein Waschbär auf einer Wiese in Brandenburg (Symbolbild): Ein Leipziger Koch die niedlichen Tiere an St. Martin. Quelle: Patrick Pleul/dpa/Symbolbild
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Leipzig

"Radikal regional" lautet das Motto des Leipziger Kochs Thilo Junghans: Dass er bei seinen Kochkünsten zuweilen auch etwas ungewöhnliche Wege einschlägt, hat der 29-Jährige am Martinstag bewiesen. Traditionell steht alljährlich am 11. November eigentlich Martinsgans auf dem Speiseplan. Doch das war Junghans nach eigenen Angaben "zu langweilig", stattdessen wagte er sich mal an etwas gänzlich Neues heran: Waschbärkeule auf Wirsing à la crème.

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Doch zuvor wurde erst einmal selbst probiert: Auf dem Videoportal YouTube lässt Junghans Fans seiner extravaganten Küche an seinen Kochkünsten teilhaben und verkostet das sonst so niedliche Tierchen, jetzt in Form einer Keule samt brauner Soße auf dem Teller, auch gleich publikumswirksam. Sein Fazit zum Waschbär-Menü: "Kann man essen" und "Schmeckt nach Waschbär". Eine kompletten Bär habe er zufolge an nur einem Abend verkauft: "Da soll noch mal einer behaupten, das schmeckt nicht", so sein Fazit.

In den USA lange Tradition

Was hierzulande etwas, nun ja sagen wir mal, unappetitlich anmutet, hat in den USA bereits eine lange Tradition. So berichtet der britische Autor Ernest Thompson Seton (1860 bis 1948), wie ihm die amerikanischen Siedler seinerzeit Waschbärenfleisch kredenzten. Seiner Ansicht nach sei aber nur das Fleisch junger Waschbären genießbar.

In vielen Städten eine Plage

Auf dem Infoportal "gutefrage.net" warnt ein User vor dem Verzehr von Waschbärfleisch. Schließlich seien die niedlichen Tierchen, die in so mancher Stadt längst zu einer Plage geworden sind, Allesfresser und daher oftmals mit Trichinen belastet. Aber: "Wenn du das Fleisch gut durchbrätst oder durchkochst, sind die Trichinen abgetötet", schreibt er weiter.

"Kaninchen essen wir auch"

Der Leipziger Koch Thilo Junghans lässt sich davon nicht abschrecken und will auch weiter in seinem Restaurant "Sankt Benno" Waschbär servieren. "Da werden jetzt viele sagen, dass man doch nicht so ein niedliches Tierchen als Schmorbraten anbieten kann", sagte Junghans der "Bild"-Zeitung. "Aber süße kleine Kaninchen essen wir ja auch."

Vier Stunden im Ofen

Das sechs Kilogramm schwere Tier habe er von einem befreundeten Jäger bekommen – ohne Kopf und ohne Fell. Nach vier Stunden im Ofen sei das Fleisch "schön zart". Nur dumm, dass die possierlichen Säugetiere schon zeitnah in den Winterschlaf gehen. Junghans: "Ich hoffe, dass sie vorher noch ein paar Tiere abschießen." Nun dann: Guten Appetit!

caro/wer

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