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Panorama Köln entgeht knapp einer Katastrophe
Nachrichten Panorama Köln entgeht knapp einer Katastrophe
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18:56 16.10.2018
Die Geiselnahme in Köln hätte deutlich schlimmer enden können. Quelle: dpa
Köln

Einen Tag nach der dramatischen Geiselnahme in einer Apotheke am Kölner Hauptbahnhof wird deutlich: Es hätte schlimmer ausgehen können. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag bekanntgaben, hatte der Täter eine „beachtliche Menge“ an Benzin und Gaskartuschen bei sich, die Ermittler in der McDonalds-Filiale fanden. „Die Sprengwirkung wäre ungeheuer gewesen“, sagte der leitende Kriminaldirektor Klaus-Stephan Becker am Dienstag in Köln.

Ein Mann hatte in der McDonalds-Filiale am Hauptbahnhof am Montagmittag ein 14-jähriges Mädchen durch einen Brandsatz verletzt, sich anschließend in der gegenüberliegenden Apotheke über Stunden verschanzt und nahm eine Angestellte als Geisel – laut Polizei ein Zufallsopfer. Ein Spezialeinsatzkommando stürmte die Apotheke schließlich und schoss den Geiselnehmer nieder. Er wurde am Montag notoperiert und ist außer Lebensgefahr. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, liegt er im Koma und kann nicht befragt werden.

In einer Apotheke am Kölner Hauptbahnhof hat es am Montag eine Geiselnahme gegeben.

Täter war im März 2015 nach Deutschland eingereist

Die Identität konnten die Ermittler inzwischen klären: Es handelt sich um einen 55-jährigen Syrer, dessen Papiere sie bereits am Tatort vorgefunden hatten. Der Mann sei im März 2015 nach Deutschland eingereist und habe in einer Kölner Flüchtlingsunterkunft gelebt, so Kriminaldirektor Becker. Er habe eine Duldung bis Mitte 2021 und sei polizeibekannt.

13 Straftaten – von Ladendiebstahl bis hin zu Körperverletzung und Hausfriedensbruch – verzeichne die Polizei. Auch eine Anklage wegen Betruges sei in Köln gegen den 55-Jährigen erhoben worden. Eine Arbeit ist der Mann nach Angaben der Ermittler nicht nachgegangen, weil er psychisch nicht in der Lage gewesen sei. Auch sein Sohn und sein Bruder hätten Aufenthaltstitel in Deutschland.

Steckt Terror hinter der Tat?

Nach wie vor unklar ist, ob der Syrer einen terroristischen Hintergrund hat. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung in Köln hätten die Beamten keine konkreten Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gefunden – allerdings eine so große Menge an Benzinkanistern, „dass die Feuerwehr zunächst lüften musste, bevor sie die Räume betreten konnte“, so Kriminaldirektor Becker.

Zudem hätten sie arabische Schriftzeichen an den Wänden vorgefunden, darunter wie Sätze wie „Gott ist groß“, und „Mohammed ist mein Prophet“. „Diese Sätze sind nicht konkret dem IS zuzuordnen“, betonte Becker. Noch habe die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen nicht übernommen, spreche aber von einer besonderen Bedeutung des Falls.

Gerüchte über eine Gefangenschaft und Folter in Syrien wollte die Polizei am Dienstag nicht kommentieren. Zu den Verbindungen in seine Heimat gebe es bislang keine Erkenntnisse – außer, dass seine Ehefrau dort lebt und zwei Mal vergeblich versucht habe, einen Asylantrag in Deutschland zu stellen.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Auch unklar ist, ob der Mann am Montag alleine gehandelt hat, oder Mittäter ihm geholfen haben. Die Polizei wertet weiteres Videomaterial aus und bittet um Zeugenhinweise. Angesichts der großen Menge an Gaskartuschen und Brandbeschleuniger, die er in einer Sporttasche und einem Koffer bei sich trug, geht die Polizei davon aus, dass er etliche Personen treffen wollte. Eine der Gaskartuschen war zudem mit Eisenkugeln manipuliert.

Die Waffe, mit der er die Geisel in der Apotheke bedrohte, war laut Polizei allerdings eine „täuschend echte Softairwaffe“. Die Ermittler gehen davon aus, dass unter anderem die ausgelöste Sprinkleranlage im Schnellrestaurant den Täter dazu veranlasste, den Laden zu verlassen. Der Kölner Hauptbahnhof war über Stunden gesperrt, der Bahnverkehr weit über Nordrhein-Westfalen hinaus beeinträchtigt.

Von RND/jra/dpa

Er verschanzte sich in einem Café im Kölner Hauptbahnhof und zündete einen Molotowcocktail: Die Polizei hat die Wohnung eines 55-jährigen syrischen Flüchtlings durchsucht. Der Tatverdächtige hat nach Angaben eines Nachbarn unter Baschar al-Assad im Gefängnis gesessen. Das habe ihn krank gemacht.

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