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Panorama Kommunen fordern mehr Alkoholprävention
Nachrichten Panorama Kommunen fordern mehr Alkoholprävention
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11:55 16.07.2009
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Die Kassen würden pro Versichertem nur rund 18 Cent für die Aufklärung über die Gefahren von Alkohol und Drogen ausgeben, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, am Donnerstag in Berlin. Im Gegenzug würden die Kommunen schätzungsweise 15 Cent pro Bürger und Jahr für allgemeine Prävention aufwenden. Auch die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) kritisierte die Präventionsförderung der Krankenkassen als nicht ausreichend.

Bätzing und Landsberg riefen Städte und Gemeinden auf, bei der Vorsorge stärker zusammenzuarbeiten. Um das Jugendschutzgesetz flächendeckend durchsetzen zu können, müssten lokale Akteure wie Polizei, Ordnungsämter, Wirte und Schulen kooperieren und ihre Erfahrungen austauschen, sagte die Drogenbeauftragte. Sie forderte auch Bürger zur Mitarbeit auf. So sollten etwa Supermärkte, die wiederholt Alkohol an Minderjährige verkaufen, beim Ordnungsamt gemeldet werden.

Landsberg plädierte ferner dafür, das Thema Alkohol stärker im Schulunterricht zu behandeln. Den Kommunen bleibe aufgrund der dramatischen Einnahmeeinbrüche oft kein Geld für freiwillige Aufwendungen wie die Jugendarbeit. Er hoffe unter der neuen Bundesregierung auf mehr finanziellen Spielraum, sagte Landsberg.

Offiziellen Angaben zufolge wurden 2007 über 23 000 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert. 2000 waren es noch 9500 Fälle. Jeder fünfte Minderjährige trinkt laut Bätzing mindestes einmal pro Monat Spirituosen, obwohl dies nach dem Jugendschutzgesetz verboten ist.

ddp