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Panorama Kriminelle spähen immer mehr Geldautomaten aus
Nachrichten Panorama Kriminelle spähen immer mehr Geldautomaten aus
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14:46 26.05.2010
Mittlerweile greifen die Täter - internationale Banden - zunehmend auch die Daten deutscher Urlauber im Ausland ab.
Mittlerweile greifen die Täter - internationale Banden - zunehmend auch die Daten deutscher Urlauber im Ausland ab. Quelle: dpa
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Kriminelle spähen an immer mehr Geldautomaten in Deutschland EC-Kartendaten aus und plündern anschließend die Konten der Kunden. 2009 zählte das Bundeskriminalamt (BKA) 964 Automaten, an denen Mini-Kameras und andere Hilfsmittel montiert wurden - eine Steigerung um 20 Prozent. „Als normaler Kunde kann man das im Grunde nicht erkennen“, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Die Täter gingen sehr professionell vor. Die Behörde schätzt den Schaden durch das sogenannte Skimming auf 40 Millionen Euro. Der für 2011 flächendeckend geplante Einsatz der Bankkarte mit Chip löst das Problem aus Sicht der Ermittler nur zum Teil.

Mittlerweile greifen die Täter - internationale Banden - zunehmend auch die Daten deutscher Urlauber im Ausland ab. Auch Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika seien gefährdet, das BKA habe dort allerdings heimische Polizisten geschult.

Ziercke geht beim Skimming von einem hohen Dunkelfeld aus. Viele Banken meldeten die Fälle nicht, weil sie um ihre Reputation fürchteten. Die meisten Manipulationen an Geldautomaten gab es in Nordrhein-Westfalen (661), gefolgt von Berlin (363), Bayern (166), Niedersachsen (160) und Hessen (151). Insgesamt gibt es in Deutschland 55 000 Geldautomaten.

Weil sich die Täter mitunter mehrfach an Automaten zu schaffen machten, lag die Gesamtzahl der erfassten Fälle im vergangenen Jahr bei 2058 - nach 2387 im Vorjahr. Dieser Rückgang sei kein Grund für Entwarnung, sagte Ziercke. In diesem Jahr seien bis Ende April schon 668 manipulierte Automaten gezählt worden, was auf einen neuen Anstieg hindeute.

Ziercke forderte, dass die Banken künftig auf den für Täter leicht auslesbaren Magnetstreifen auf Karten verzichten und nur noch auf Chips setzen, wie sie die meisten Karten schon haben. Von 2011 an ist der Chip im Euro-Raum Standard. Allerdings hält die Kreditwirtschaft auch am Magnetstreifen fest, damit Kunden weiterhin vielfältige Zahlungsweisen nutzen und mit der Karte auch außerhalb des Euro-Raums bezahlen können.

dpa