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Panorama Kuh Yvonne ist zurück auf der Weide
Nachrichten Panorama Kuh Yvonne ist zurück auf der Weide
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21:57 01.09.2011
Wochenlang versteckte sie sich im Wald und verursachte einen riesigen Medienrummel. Selbst im Ausland fieberte man mit der Kuh Yvonne. Quelle: dpa
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Mühldorf

Sie ist wieder da - nach Wochen im Wald hat sich die Kuh Yvonne besonnen und den Weg zurück auf die Weide gefunden. Nach vielen intensiven Sucheinsätzen kam sie ganz von allein zurück. Plötzlich stand sie in Unteralmsham bei Ampfing vor dem Gatter einer Kuhweide - und wurde eingelassen. Den Sommer im Forst im oberbayerischen Landkreis Mühldorf hat das Rindvieh noch vor Herbstbeginn beendet. Sie hat sich den Artgenossen wieder angeschlossen, wie das Landratsamt Mühldorf am Donnerstag mitteilte.

Dass sie es wirklich ist, wurde per Ohrmarke bestätigt. „Das wurde mit einem Zoom abgelesen“, sagte eine Sprecherin des Landkreises. Denn bis zum Abend habe sich dem scheuen Tier noch keiner genähert. Yvonne graste noch bei Einbruch der Dämmerung friedlich auf der Weide in dem hügeligen Gelände an dem Flüsschen Isen. Am Freitagmorgen erst sollte sie betäubt und für den Transport nach Gut Aiderbichl verladen werden. Am Donnerstagabend machte die schnell einsetzende Dunkelheit dem ursprünglich geplanten Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.

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Was wurde nicht alles versucht, um die flüchtige und zur Schlachtung vorgesehene Kuh aus ihrem selbst gewählten Exil zu locken: Die Schwester Waltraut wurde im Wald angebunden, ein Ochse sollte locken, ein Hubschrauber überflog den Wald mehrfach und zig Kuh-verrückte Helfer waren bei der Suche tagelang zu Fuß unterwegs. Nichts von alledem hat „die Kuh, die ein Reh sein will“ so gereizt, dass sie sich gestellt hätte. Bis sie wohl dann doch kein Reh mehr sein wollte und wieder die Gesellschaft der Artgenossen suchte.

Glücklich meldete das Gut Aiderbichl am Abend auf seiner Homepage:
„Am späten Nachmittag erhielten wir einen Anruf von einer Bäuerin, sie habe Yvonne. Sie sei auf ihren Hof gelaufen, zu ihren Rindern und die Bäuerin hat das Gatter geschlossen.“ Und „Yvonne lief gleich zu vier Kälbern und blieb stehen“. Von Rehen hat sie wohl erstmal genug.

Von der intensiven Suche nach dem Rindvieh hatte so mancher schon länger genug. Der Jagdpächter und Kreisvorsitzende des Bayerischen Jagdverbandes, Erich Loserth, nannte den ganzen Einsatz bald „Klamauk“ und fügte hinzu: „Die ganze Region ist bedeppert.“

Doch die Yvonne-Fangemeinde in den Medien wuchs weiter - im Internet und weiter über die Grenzen Bayerns hinaus. So gibt es T-Shirts mit der Forderung „Esst mehr Gemüse! Freiheit für Yvonne!“ Und es erklangen die ersten Yvonne-Lieder. „Hey Yvonne, du wuide Kuh, lebst im Wald, wuist nur dei Ruh“, singt die Gruppe „Gnadenkapelle“.

Erst nach zig Suchaktionen und verschiedensten vergeblichen Fang- und Lockversuchen hat der Gnadenhof Aiderbichl aus Deggendorf beschlossen, das ausgebüxte Rind weitgehend in Ruhe zu lassen. „Wir haben alle Helfer dazu aufgefordert, den Wald zu verlassen. Nur ein Jäger mit einem Betäubungsgewehr und ein Aiderbichl-Mitglied halten die Stellung“, sagte Hans Wintersteller vom Gut am Wochenende. Und das wirkte wohl - vielleicht war es der unternehmungslustigen Yvonne im Wald nun wieder zu ruhig geworden. Sie kam von sich aus heraus.

dpa