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Panorama Kumpel werden Mittwochnacht gerettet
Nachrichten Panorama Kumpel werden Mittwochnacht gerettet
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19:39 11.10.2010
Baldige Rettung: Die Angehörigen in Chile freuen sich auf ihre Angehörigen. Quelle: afp
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Der Countdown zur Rettung der seit mehr als zwei Monaten in Chile unter Tage eingeschlossenen Bergleute läuft. Bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch soll der erste eingeschlossene Kumpel an die Oberfläche geholt werden, wie Bergbauminister Laurence Golborne am Montag sagte. Die Arbeiten zur Stabilisierung des Rettungsschachts wurden zuvor abgeschlossen.

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„Wir hoffen, mit der Rettung um Mitternacht (Ortszeit, Mittwoch, 5.00 Uhr MESZ) zu beginnen“, sagte Golborne vor Journalisten in San José, wo die insgesamt 33 Kumpel am 5. August nach dem Einsturz einer Gold- und Kupfermine in rund 700 Metern Tiefe verschüttet worden waren. „Es wäre wunderbar, wenn wir ein bisschen früher beginnen könnten, aber wir werden uns die Zeit nehmen, die wir brauchen“, fügte der Minister hinzu.

Chiles Präsident Sebastian Piñera kündigte an, gemeinsam mit den Familien der Verschütteten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bei der Rettungsaktion dabeisein zu wollen. „Die Rettung ist näher als je zuvor“, sagte Piñera während einer Reise nach Ecuador. „Ich habe vor, morgen mit den Familien der 33 Bergleute diesen phantastischen Moment zu teilen.“

Die Arbeiten zur Stabilisierung des Rettungsschachts wurden am Montag abgeschlossen. Der 622 Meter tiefe Schacht sei nunmehr auf einer Länge von 96 Metern durch Metallröhren verstärkt worden, teilte der Regionalpolitiker Carlos Vilches mit. Im weiteren Verlauf galt das Gestein als hart und stabil genug.

Die Bergleute sollen einzeln in einer Rettungskapsel an die Oberfläche befördert werden, was pro Mann mindestens eine Stunde dauern könnte. Als erstes sollen die geistig Fittesten, dann die Schwächsten und am Ende die körperlich Stärksten herausgeholt werden. Nach Angaben von Gesundheitsminister Jaime Mañalich litten die Schwächsten unter Bluthochdruck, Diabetes, chronischen Lungenproblemen oder unter psychischen Problemen.

Die Angehörigen der 33 Bergleute warteten in ihrem „Camp Hoffnung“ genannten Lager an der Mine San José in der Atacama-Wüste im Norden Chiles auf die Rettung ihrer Liebsten, betonten aber, Sicherheit müsse vor Schnelligkeit gehen. „Wir haben schon mehr als zwei Monate gewartet, was sind dann noch zwei oder drei Tage mehr? “, sagte Doris Cortez, die auf ihren Sohn Pedro wartete.

Die Mutter des 19-jährigen Jimmy Sanchez sagte, wenn ihr ältestes von sieben Kindern ans Tageslicht komme, werde dies für sie „wie eine achte Geburt“ sein. Zu Ehren ihres Sohnes, der unter Tage der Jüngste ist, werde die Familie eine Grillparty veranstalten, sagte sie. „Aber danach werde ich ihn für mich allein behalten“, fügte sie hinzu. „Wir haben uns so viel zu erzählen.“

afp/dpa