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Panorama Legendärer russischer Geheimagent stirbt mit 87
Nachrichten Panorama Legendärer russischer Geheimagent stirbt mit 87
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16:30 11.01.2012
Er galt als einer der ganz großen Spione der Sowjetunion. Nun ist Geheimagent Gework Wartanjan im Alter von 87 Jahren gestorben. Quelle: dpa
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Moskau

Der legendäre russische Geheimagent Gework Wartanjan ist im Alter von 87 Jahren in einem Moskauer Krankenhaus an Krebs gestorben. Der Topspion sei vor allem wegen der Vereitelung des Nazi-Attentats auf die Teheraner Konferenz 1943 in die Geschichte der sowjetischen Auslandsaufklärung eingegangen, berichtete das russische Staatsfernsehen am Mittwoch. Kremlchef Dmitri Medwedew nannte den bereits am Vortag Gestorbenen einen „echten Patrioten seines Landes, eine markante und ungewöhnliche Persönlichkeit“.

Schon im Alter von 16 Jahren war Wartanjan dem Beispiel seines Vaters gefolgt und hatte sich ebenfalls für eine Geheimdienstkarriere entschieden. Die Familie lebte damals im Iran. Nach Darstellung des russischen TV-Senders „Erster Kanal“ führte Wartanjan unter dem Tarnnamen Amir im Alter von 19 Jahren eine Gruppe von Agenten an, die während der Teheraner Konferenz 1943 ein Attentat auf Sowjetdiktator Josef Stalin, US-Präsident Franklin Roosevelt und den britischen Premier Winston Churchill verhindert hatte.

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Bei dem Treffen in Teheran 1943 wollten die drei Hauptalliierten der Koalition gegen Adolf Hitler das weitere Vorgehen im Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland abstimmen. Auch der Film „Teheran 43“, eine sowjetische Ko-Produktion aus dem Jahr 1981 unter anderem mit Stars wie Alain Delon und Curd Jürgens, erzählt von den Ereignissen von damals. „Er war beteiligt an glänzenden Geheimoperationen, die in die Geschichte der Auslandsaufklärung eingegangen sind“, sagte Medwedew. Der Präsident würdigte Wartanjan als „legendären Nachrichtendienstler“.

Der am 14. Februar 1924 in Rostow am Don geborene Wartanjan hatte im Iran auch seine Frau Goar kennengelernt. Beide gehörten den Angaben zufolge zu den erfolgreichsten Agentenpaaren der sowjetischen Geschichte. 1986 waren sie nach mehr als 30 Jahren im Ausland wieder nach Moskau zurückgekehrt. Noch bis in die 1990er Jahre habe Wartanjan dann beim Auslandsgeheimdienst SWR gearbeitet, teilte die Organisation mit.

Geworks selbstlose Liebe zur Heimat und sein Pflichtbewusstsein werden für immer im Gedächtnis der Kollegen der Auslandsaufklärung bleiben“, sagte ein SWR-Sprecher nach Angaben der Agentur Interfax. Wartanjan war Träger höchster Staatsauszeichnungen, darunter auch des Titels „Held der Sowjetunion“. Sein Name war erst 2000 öffentlich gemacht worden. Seine Einsätze seien bis heute Musterbeispiele für die Ausbildung der Geheimagenten, hieß es.

frx/dpa