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Panorama Leichen nach Dammbruch in Indonesien geborgen
Nachrichten Panorama Leichen nach Dammbruch in Indonesien geborgen
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15:35 29.03.2009
Das Unglück hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Quelle: Adek Berry/afp
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Die Suche nach den Vermissten in den betroffenen Vororten Jakartas, Cireundeu und Ciputat, sollte ausgedehnt werden.

Rund 700 Polizisten, Soldaten und weitere Helfer seien bei den Bergungsarbeiten im Einsatz, sagte Suyatno der Nachrichtenagentur AFP. Mindestens 102 Menschen würden noch vermisst. "Wir werden das Suchgebiet ausdehnen", kündigte er an. Die Rettungskräfte gruben in Trümmern und Schlamm nach möglichen Verschütten. Alle seien mit großem Eifer bei der Arbeit, berichtete Suyatno. Nach Angaben des Krisenzentrums des Gesundheitsministeriums ist es schwer, die genaue Zahl der Opfer festzustellen, da einige Bewohner der beiden Vororte die gleichen Namen tragen.

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Der zehn Meter hohe Situ-Gintung-Damm war am Freitag auf einer Breite von rund zwanzig Metern gebrochen, die Wasser- und Schlamm-Massen hatten viele Menschen im Schlaf überrascht. Fast das gesamt Wasser des Stausees - rund zwei Millionen Kubikmeter - hatte sich über das Katastrophengebiet ergossen. Rund 180 Menschen wurden verletzt, etwa 500 Häuser stürzten ein. Mancherorts stand das Wasser sechs Meter hoch.

Der Damm brach nach Behördenangaben durch ungewöhnlich hohen Wasserdruck infolge starker Regenfälle. Kritikern zufolge war das 1933 errichtete Bauwerk allerdings nicht gut instand gehalten worden. Er werde sich nach dem Abschluss der Suche nach Vermissten überlegen, ob er von der Regierung eine Entschädigung verlangen werde, sagte ein Anwohner.

Das indonesische Forum für Umwelt erklärte, Anwohner hätten vor dem Unglück über Risse in dem Damm geklagt. "Die Zentralregierung und die örtlichen Behörden haben sehr langsam gehandelt", sagte der Leiter des Forumbüros in Jakarta, Slamet Daroyni. Die Regierung in Jakarta habe es versäumt, ein Warnsystem für die Anwohner einzurichten.

afp