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Panorama Leichenpräparator Gunther von Hagens hat Ärger mit der Justiz
Nachrichten Panorama Leichenpräparator Gunther von Hagens hat Ärger mit der Justiz
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09:57 19.05.2011
Leichenpräparator Gunther von Hagens hat Ärger mit der Justiz. Quelle: dpa (Archiv)
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Leichen-Präparator Gunther von Hagens (66) hat Vorwürfe der Steuerhinterziehung und angeblich nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge als „haltlos“ zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg versuche, ihn zu kriminalisieren, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwochabend. Die Strafverfolger werfen von Hagens (66) und seiner Frau vor, in ihren Betrieben zahlreiche Scheinselbstständige beschäftigt zu haben, um Sozialabgaben und Lohnsteuern zu sparen. Es geht um insgesamt rund 465 000 Euro.

Von Hagens warf dagegen der Staatsanwaltschaft vor, sie ziele einzig auf seine Person ab. Die Heidelberger Strafverfolger seien bereits früher damit gescheitert, ihn strafrechtlich zu belangen. Sein Anwalt Franz-Josef Schillo kündigte in der Mitteilung an: „Wir werden nachweisen, dass das Vorgehen der Staatsanwaltschaft interessengelenkt ist und darauf abzielt, die weltweite Reputation in der Öffentlichkeit zu schädigen und ihn als Wissenschaftler in Frage zu stellen.“

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Der Staatsanwaltschaft zufolge soll von Hagens’ Frau als Verantwortliche von drei Unternehmen in Heidelberg und dem brandenburgischen Guben zwischen Mai 2005 bis Oktober 2008 zahlreiche Polen beschäftigt haben, ohne für sie Sozialabgaben und Lohnsteuern abzuführen. Von Hagens wird unter anderem vorgeworfen, seine Frau dazu angestiftet zu haben.

„Ich habe im brandenburgischen Guben seit 2006 mehr als 40 Millionen Euro investiert und zeitweise fast 200 Menschen beschäftigt, viele davon aus der Arbeitslosigkeit gerettet“, betonte von Hagens in der Mitteilung. „Während die Staatsanwaltschaft Brandenburg als lokal zuständige Behörde keinerlei Veranlassung für ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren sah, ordneten die Heidelberger Staatsanwälte im April 2008 eine Hausdurchsuchung an.“

Der Mediziner und umstrittene Ausstellungsmacher („Körperwelten“) ist ein Vorreiter des Verfahrens der Plastination. Darunter versteht man die wirklichkeitsgetreue Konservierung anatomischer Präparate. Von Hagens hat ein Verfahren entwickelt, in dem menschliche Leichen gehärtet und in dünne Scheiben geschnitten werden können. Bekannt wurde der heute 66-Jährige auch durch seine weltweiten Ausstellungen „Körperwelten“. Kritiker werfen ihm vor, mit seinen Leichenpräparaten die Menschenwürde zu verletzen.

dpa