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Panorama Leichtverletzte nach „Rosinenbomber“-Bruchlandung in Berlin-Schönefeld
Nachrichten Panorama Leichtverletzte nach „Rosinenbomber“-Bruchlandung in Berlin-Schönefeld
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18:19 20.06.2010
„Wir waren vielleicht 15 Meter über dem Boden, da fing das linke Propeller-Triebwerk zu stottern an“: Sieben der 28 Fluggäste wurde bei der Bruchlandung leich verletzt. Quelle: dpa
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Bei der Bruchlandung eines sogenannten Rosinenbombers am Berliner Flughafen Schönefeld sind die Passagiere mit einem Schrecken und leichten Verletzungen davon gekommen. Die historische Douglas DC-3 war am Sonnabendnachmittag kurz nach dem Start zu einem Rundflug abgestürzt. Die Transportmaschine wurde weltberühmt, weil sie Berlin während der sowjetischen Blockade 1948 und 1949 mit Lebensmitteln versorgte.

Bei dem Aufprall wurde die Maschine der Firma Air Service Berlin, die Rundflüge mit dem „Rosinenbomber“ anbietet, schwerbeschädigt. Der Sprecher von Air Service Berlin, Holger Trocha, sagte auf DAPD-Nachfrage, gleich nach dem Start sei ein Triebwerk ausgefallen. Der Pilot habe sofort die Notlandung eingeleitet. Unter den Verletzten hätten sich auch die Mannschaftsmitglieder, die beiden Piloten und eine Stewardess, befunden. Mittlerweile seien alle zunächst ins Krankenhaus eingelieferten Personen wieder entlassen. Die Piloten stünden noch unter Schock.

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Bundestagsabgeordneter mit an Bord

Mit an Bord des 66 Jahre alten Flugzeugs, das vor zehn Jahren restauriert wurde, war auch der Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann. „Wir waren vielleicht 15 Meter über dem Boden, da fing das linke Propeller-Triebwerk zu stottern an“, wird er von der „Berliner Morgenpost“ zitiert. Kurz darauf seien Rauchwölkchen aus dem Motor aufgestiegen, dann sei das Triebwerk ausgefallen. Der Pilot habe noch mit einer scharfen Linkskurve versucht, zurück auf die Landebahn zu kommen. Dieser Versuch sei aber misslungen.

Beim Aufsetzen wurde den Angaben zufolge ein Flügel der Maschine abgerissen, das Propeller-Triebwerk fing Feuer und das Fahrwerk brach zumindest teilweise ab.

Der Flughafen Schönefeld war für 15 Minuten geschlossen, wie der Sprecher weiter sagte. Die Ermittlungen zur Unfallursache habe die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung BFU übernommen.
Laut Air Service Berlin fand die letzte Wartung des Flugzeugs am 9. Juni statt. Seitdem habe es acht Flugstunden gegeben. Die beiden Triebwerke seien vor drei beziehungsweise zwei Jahren neu gekauft worden. Das Flugzeug hat eine Spannweite von knapp 29 Metern und eine Länge von knapp 20 Metern.

ap/dpa