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Panorama Briten haben Hinweise auf Bombenanschlag
Nachrichten Panorama Briten haben Hinweise auf Bombenanschlag
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06:34 05.11.2015
Das Bild zeigt einen Teil des Airbus 321, der am Sonnabend über Ägypten abgestürzt ist. Quelle: EPA/MAXIM GRIGORIEV / RUSSIAN EMERGENCY MINISTRY
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London/Moskau

Die britische Regierung hält es für wahrscheinlich, dass der Absturz des russischen Passagierflugzeugs über dem Sinai von einem Sprengkörper an Bord verursacht wurde. Das sei eine "signifikante Möglichkeit", sagte Großbritanniens Außenminister Philip Hammond am Mittwochabend in London. Er sprach eine Reisewarnung für Scharm el Scheich in Ägypten aus. Es würden vorerst keine Flüge von Großbritannien in die Region starten.

Irland folgt Großbritannien

Auch Irland lässt vorerst keine Flugzeuge mehr von und nach Scharm el Scheich in Ägypten fliegen. Irische Fluggesellschaften hätten entsprechende Anweisungen erhalten, teilte die irische Luftfahrtaufsicht (IAA) am Mittwochabend mit. Auch der Luftraum über der Sinai-Halbinsel solle "bis auf weiteres" gemieden werden.

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"Wir betonen, dass es eine Vorsichtsmaßnahme ist", hatte die britische Regierung am Mittwoch in einer Mitteilung geschrieben. "Aber nachdem mehr Informationen zutage gekommen sind, machen wir uns Sorgen, dass das Flugzeug durchaus durch einen Sprengkörper zum Absturz gebracht worden sein kann."

Bekennerschreiben des IS

Das Flugzeug war am Sonnabend nach dem Start in Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. 224 Menschen kamen ums Leben. Die Unglücksursache ist noch unklar. Stunden nach dem Absturz war im Internet zwar ein Bekennerschreiben im Namen des Islamischen Staates (IS) aufgetaucht. Der Wahrheitsgehalt wurde aber von verschiedenen Seiten bezweifelt.

Am Mittwoch behauptete die Miliz Islamischer Staat (IS) erneut, einen Anschlag auf das Flugzeug verübt zu haben. "Zu gegebener Zeit" werde der IS darlegen, auf welche Weise das Flugzeug abgestürzt sei, schrieb die Organisation im Online-Kurzmitteilungsdienst Twitter.

War eine Bombe im Gepäck?

Wie CNN berichtete, schließen auch die US-Geheimdienste nicht aus, dass ein Sprengkörper die russische Passagiermaschine in Ägypten zum Absturz brachte. "Es gibt ein eindeutiges Gefühl, dass es ein Sprengkörper war, der im Gepäck oder anderswo im Flugzeug versteckt wurde", zitierte der Sender einen namentlich nicht genannten Vertreter der Regierung.

Es gebe aber keine belastbaren oder bestätigten Geheimdienstberichte für eine spezifische Bedrohung vor dem Absturz. Die US-Geheimdienste seien noch zu keinem Ergebnis gekommen. Die britische BBC will aus hochrangigen britischen Regierungskreisen erfahren haben, dass in den vergangenen 24 Stunden eingegangene Informationen darauf hindeuteten, dass eine Bombe den Absturz verursacht habe.

Reisewarnung für Regierungsmitarbeiter

Die US-Regierung vermied es unterdessen, diese Vermutung öffentlich zu nähren. "Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht hilfreich, unsere eigenen Ansichten oder Meinungen in die Ermittlungen einfließen zu lassen", sagte Außenamtssprecher John Kirby am Mittwoch.

Mitarbeitern der Regierung würde von Reisen in den Sinai aus Sicherheitsgründen zwar abgeraten. Diese Empfehlung beruhe aber auf keinen neuen Informationen, sondern auf bereits bekannten Bedrohungen.

dpa/afp

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