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Panorama Lübecker Schüler stirbt nach Alkoholexzess in der Türkei
Nachrichten Panorama Lübecker Schüler stirbt nach Alkoholexzess in der Türkei
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14:22 28.03.2009
Quelle: Kris Finn
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Sechs Mitschüler kamen mit schweren Vergiftungen ins Krankenhaus, zwei von ihnen lagen im Koma und schwebten am Samstag weiter in Lebensgefahr, wie die „Lübecker Nachrichten“ berichteten.

Lübecks Oberbürgermeister Bernd Saxe (SPD) sagte der Nachrichtenagentur ddp, es sei „erschreckend“, dass auf Klassenfahrten so viel Alkohol getrunken werden könne, dass anschließend Menschen sterben. Er forderte die Landesregierung von Schleswig-Holstein auf, zu prüfen, wie es auf einer Klassenfahrt in Begleitung eines Lehrers zu einem solchen Vorfall kommen könne. Die türkische Staatsanwaltschaft hat in dem Fall Ermittlungen aufgenommen.
Bei dem Exzess hatten sich am Mittwochabend sieben Realschüler der Lübecker Privatschule Bildungszentrum Mortzfeld in einem türkischen Hotel in Kemer mit Wodka betrunken. Offenbar kauften sie die Spirituosen in einem Laden in der Nähe ihres Hotels und tranken sie anschließend in ihrem Zimmer, wie die Zeitung berichtete.

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Am Morgen danach stieß der 21-jährige Rafael N. nicht wie üblich zu der Gruppe. Als er auf mehrmaliges Klopfen nicht öffnete, sei die Hotelleitung informiert und die Zimmertür aufgebrochen worden, hieß es. Rafael N. habe tot in seinem Bett gelegen. Den anderen sechs jungen Männern im Alter zwischen 18 und 21 Jahren sei so übel gewesen, dass Rettungskräfte alarmiert wurden.

Insgesamt waren elf Schüler einer Realschulklasse aus dem Bildungszentrum Mortzfeld im Alter von 17 bis 21 Jahren am vergangenen Sonntag in die Türkei geflogen. Begleitet wurden sie bei dem einwöchigen Trip von einem 55-jährigen Lehrer.

Der amtierende Schulleiter des Bildungszentrums Mortzfeld, Rüdiger Knoll, charakterisierte den Mann als „sehr erfahrenen, sehr besonnenen und sehr strengen Kollegen“. Auch die Schulklasse gelte unter Kollegen als vorbildlich. „Wir hatten keine Bedenken“, sagte Knoll.

Im Hotel fielen die Schüler aber offenbar von Anfang unangenehm auf. Gleich nach ihrer Ankunft soll Alkohol geflossen sein - Bier, Wodka und Raki. „Sie haben nicht gewusst, wann genug ist“, sagte der Hoteldirektor. Offenbar war die Unterkunft im Hotel „All inclusive“ gebucht worden. Demnach hatten die Schüler kostenlosen Zugang zu den Alkoholika an der Hotelbar.

Lübecks Oberbürgermeister Saxe sagte, man müsse „darüber nachdenken“, ob es ausreiche, dass bei einer Klassenfahrt nur ein Lehrer als Begleitung mitreise. Offensichtlich sei dieser seiner Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen.

ddp