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Panorama Mann in Trümmern eines eingestürzten Geschäfts gefunden
Nachrichten Panorama Mann in Trümmern eines eingestürzten Geschäfts gefunden
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14:31 27.01.2010
Rico Dibrivell konnte nach zwölf Tagen aus den Trümmern geretten werden.
Rico Dibrivell konnte nach zwölf Tagen aus den Trümmern geretten werden. Quelle: ap
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Plünderer haben am Dienstag in Haiti in den Trümmern eines eingestürzten Geschäfts, die schon wiederholt nach verwertbaren Dingen durchsucht worden waren, einen Mann entdeckt und US-Soldaten um Hilfe gebeten. Die Soldaten behandelten den 35-Jährigen Rico Dibrivell, der stark ausgetrocknet war und ein gebrochenes Bein hatte. Dibrivell lag nach eigenen Angaben seit dem Erdbeben vor zwei Wochen unter den Trümmern. Wie er dort überlebt haben kann, war noch unklar. Zuletzt wurde am Sonnabend ein Mann lebend aus den Trümmern eines Hauses geborgen.

Bei der Verteilung von Lebensmitteln in Haiti für die Überlebenden des Erdbebens kommt es immer wieder zu Spannungen. Brasilianische Soldaten setzten am Dienstag unter anderem Schlagstöcke und Pfefferspray ein, um eine Menschenmenge zu kontrollieren, die an einer Ausgabestelle für Lebensmittel wartete. „Sie behandeln uns wie Tiere, sie schlagen uns, dabei haben wir nur Hunger“, sagte ein 30-jähriger Mann. Trotzdem erklärten viele, sie seien dankbar für die internationale Hilfe und wollten unter keinen Umständen, dass die haitianische Regierung die Verteilung übernehme.

Nachbeben auf Haiti - UNICEF plant Impfkampagne

Zwei Wochen nach dem Jahrhundert- Beben der Stärke 7,0 ist der Karibikstaat Haiti erneut von einem Erdstoß erschüttert worden. Wie die US-Geologiebehörde USGS berichtete, erreichten die Erschütterungen am Dienstagabend (Ortszeit) die Stärke 4,9. Das Zentrum habe in etwa zehn Kilometer Tiefe rund 65 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince gelegen. Über neue Schäden oder Verletzte war zunächst nichts bekannt. Für das Internationale Rote Kreuz ist der Hilfseinsatz in Haiti der größte, den es je für ein einzelnes Land gegeben hat. Bei den Erdstößen am 12. Januar kamen nach Schätzungen der haitianischen Regierung etwa 150.000 Menschen ums Leben.

Zusammen mit der Regierung von Haiti plant UNICEF eine Impfkampagne. 600.000 Kinder im Alter von bis zu fünf Jahren sollen gegen Masern, Tetanus und Diphtherie immunisiert werden, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in Paris mit. Erste Erfolge meldete UNICEF im Kampf gegen illegalen Kinderhandel. In Abstimmung mit dem Kinderhilfswerk habe die haitianische Regierung die Präsenz an den Grenzen verstärkt, hieß es.

Insgesamt 20 Katastrophenhilfe-Einheiten vom Hospital bis zur Wasseraufbereitungsanlage des Roten Kreuzes sowie 215 internationale Helfer sind im Erdbebengebiet im Einsatz. Nach der Tsunami- Katastrophe 2004 waren es 17 Einheiten. Die Eröffnung des mobilen Rotkreuz-Hospitals sollte noch am Mittwoch erfolgen, sagte DRK- Sprecherin Svenja Koch. Ein Viertel der 100 Ärzte und Pfleger für dieses Hospital, in dessen zwei aufblasbaren OPs acht Chirurgenteams in Schichten arbeiten sollen, kommt aus Deutschland.

Das Technische Hilfswerk (THW) will die Trinkwasserversorgung auf das Umland von Port-au-Prince ausweiten und in der Stadt Léogâne zwei weitere Trinkwasseraufbereitungsanlagen in Betrieb nehmen. „Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe rechnen wir mit einem längeren Einsatz“ sagte THW-Einsatzleiter Klaus Buchmüller in Bonn. In dem 35 Kilometer westlich von Port-au-Prince gelegenen Léogâne, dem Epizentrum des Bebens, wird das siebenköpfige THW-Team in den kommenden Tagen auch ein Camp für die internationalen Hilfsorganisationen errichten. Derzeit produzieren die zwei Aufbereitungsanlagen des THW in Port-au-Prince mehr als 170 000 Liter Trinkwasser täglich.

Unter den Erdbebenopfern ist auch ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen (UN) aus Hungen im Kreis Gießen (Hessen). Der 33-Jährige starb in den Trümmern des UN-Gebäudes, bestätigte die Stadt Hungen am Mittwoch Berichte Gießener Zeitungen. Der Mann war seit 2007 als politischer Berater für die Friedensmission in Haiti im Einsatz.

Haitianische Polizisten versuchten am Dienstag mit Warnschüssen, die Plünderung von Lebensmittellastwagen zu verhindern. Ein Konvoi von drei mit Reis beladenen Kleinlastern fuhr in der Hauptstadt an einem der Obdachlosen-Camps vorbei, als plötzlich Hunderte junger Männer und Frauen auf die von Polizisten bewachten Lastwagen zustürmten. Von den Schüssen ließen sie sich nicht beeindrucken. Verletzt wurde niemand.

ap / dpa

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