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Panorama Mann wollte sich mit Haus in die Luft sprengen
Nachrichten Panorama Mann wollte sich mit Haus in die Luft sprengen
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09:43 11.01.2011
Nächtlicher Einsatz im Landkreis Peine in Bülten. Quelle: PAZ
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Ein Mann hat in einem Haus in Ilsede im Landkreis Peine versucht, sich in die Luft zu sprengen. Der 49- Jährige hatte in der Nacht zum Dienstag bereits eine Gasleitung im Keller geöffnet und später auch für einen Funken gesorgt - nach Angaben der Peiner Polizei schoss aber nur eine Stichflamme durch das Haus und das Gemisch reichte nicht für eine Explosion. Der Mann kam mit schweren Verbrennungen in eine Klinik und lag mit Stand vom Dienstagmorgen auf der Intensivstation. Da er zuvor per Telefon seine Tochter vor der Tat gewarnt hatte, evakuierte die Polizei ein gutes Dutzend Häuser in der Nachbarschaft. „Es war wohl nur Zufall, dass es nicht zum richtig großen Knall kam“, sagte ein Polizeisprecher.

Wie die Polizei weiter berichtete, hatte der 49-Jährige am späten Dienstagabend seine 19-jährige Tochter angerufen und angekündigt, das Haus in die Luft zu sprengen. Er lebe getrennt von Frau und Tochter. Das einst gemeinsame Haus sei bereits verkauft und er habe es bis spätestens Anfang Februar räumen sollen. Laut Polizei sagte der Mann seiner Tochter noch: „Die wichtigen Papiere liegen draußen im Wagen.“

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Die Beamten eilten in den Ilseder Ortsteil Bülten - mit dem Haustürschlüssel der Tochter. Doch der Mann habe sich verbarrikadiert gehabt. An der Haustür hätten die Polizisten bereits Gas gerochen. Mit Hilfe der Feuerwehr evakuierten sie bis 23.00 Uhr ein gutes Dutzend Häuser in der Nachbarschaft. In Verhandlungstaktik geschulte Spezialkräfte der Polizei rückten an. „Wir konnten nicht in dem Haus anrufen, das hätte Funken auslösen können“, sagte der Sprecher.

Noch während die Beamten über ihr Vorgehen berieten, sei der Mann gegen 23.20 Uhr vor die Tür getreten - eine Zigarette rauchend. Er habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Zu diesem Zeitpunkt habe er drinnen vermutlich bereits versucht, das Gas zu entzünden, wie die Polizei später feststellte. „Es gab aber in den Räumen nur eine größere Stichflamme, das Gemisch ist anscheinend relativ kontrolliert abgebrannt“, sagte der Sprecher. Der 49-Jährige habe Brandwunden an den Händen und im Gesicht erlitten. Er kam mit schweren Verbrennungen in eine Klinik und lag mit Stand vom Dienstagmorgen auf der Intensivstation, wie die Peiner Allgemeine Zeitung in ihrer Onlineausgabe berichtet. Wie die Ermittlungen ergaben, hatte er im Keller des Hauses die Gasleitung einer Heizung geöffnet. Ob er in Lebensgefahr schwebte, wusste die Polizei am Morgen nicht.

Gegen den Mann wird nun wegen des versuchten Auslösens einer Sprengstoffexplosion ermittelt. Sollte er angeklagt und verurteilt werden, drohen ihm je nach Ermessen der Richter mehrere Jahre Haft.

dpa