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Panorama Mastkletterer begibt sich in Lebensgefahr
Nachrichten Panorama Mastkletterer begibt sich in Lebensgefahr
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20:19 20.09.2009
Von Gabriele Schulte
Quelle: ddp (Archivbild)
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Während sein Bekannter schon nach einigen Metern aufgab, sei der 22-Jährige bis in eine Höhe von rund 40 Metern geklettert, wo sich der erste Querträger des Mastes befand, berichtete die Polizei Verden. Dort bekam er jedoch Angst und rief gegen 0.45 Uhr mit seinem Handy um Hilfe. Wäre er der Hochspannungsleitung auch nur einen Meter näher gekommen, hätte er nach Angaben der Polizei einen tödlichen Stromschlag bekommen.

Es folgte ein fast dreistündiger Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr. Die Leitstelle alarmierte zunächst die Feuerwehr der nah gelegenen Ortschaft Wahnebergen und eine Drehleiterbesatzung aus Verden. „Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mussten den Masten erst suchen“, berichtete Feuerwehrsprecher Michael Klöpper am Sonntag. Über Telefonkontakt und mithilfe der Handybeleuchtung des 22-Jährigen sei er schließlich gefunden worden. Weil die Drehleiter nicht lang genug war, musste eine Höhenrettungseinheit der Berufsfeuerwehr Oldenburg angefordert werden. „Über Megafon wurde der junge Mann beruhigt“, sagte der Sprecher. Weitere Feuerwehrleute brachten ein Sprungpolster unter dem Mast in Stellung, ein Sicherungsgeschirr konnte wegen der spannungsführenden Stromleitung zunächst nicht angebracht werden. „Es war eine für alle Beteiligten nervlich angespannte Situation, zumal sich der Mann immer wieder oben am Mast bewegte und sogar versuchte, selbst herunterzuklettern“, berichtete Klöpper. Eine falsche Bewegung hätte einen tödlichen Stromschlag verursachen können.

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Erst kurz vor Eintreffen der Spezialkräfte aus Oldenburg konnte der Energieversorger die Leitungen abschalten. Außer einer leichten Unterkühlung hat die Aktion für den 22-Jährigen auch finanzielle Folgen: Den Wetteinsatz hatten die Freunde auf 80 Euro festgelegt, laut Polizei muss der Kletterer nun mehrere Tausend Euro für die Rettung bezahlen.