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14:55 17.08.2013
Bei einem Fährunglück vor den Philippinen kamen mindestens 35 Menschen ums Leben. Quelle: dpa
Manila

Nach einem schweren Fährunglück vor den Philippinen werden deutlich mehr Menschen vermisst als zunächst angenommen. Nach 200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern werde noch gesucht, teilte die Küstenwache am Samstag mit. Unklar ist, wie viele Menschen an Bord der Fähre waren. Die Küstenwache sprach von 870, der Schiffseigner 2Go Group von 841. Auch die Zahl der Geretteten variierte. Die Rettungsdienste sprachen von 630 Menschen. 35 kamen ums Leben. Die Fähre durfte 1010 Menschen befördern. Die Unglücksursache wurde untersucht.

Die „MV St. Thomas Aquinas“ war am Freitagabend bei Cebu rund 600 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila mit einem Frachtschiff zusammengestoßen und gesunken. Überlebende berichteten, dass die meisten Menschen an Bord schon schliefen, als das Unglück passierte. „Ein Ruck hat uns aus dem Schlaf gerissen, und dann brach Chaos aus“, berichtete Glenda Sabilla einem Radiosender in Cebu. „Alle haben wie die Irren nach Schwimmwesten gesucht und sind über Bord gesprungen.“ Manche seien eingeschlossen gewesen, berichtete ein anderer Passagier, Jerwin Agudong. „Sie kamen nicht raus.“

Küstenwache, Marine, Fischer und Freiwillige waren die ganze Nacht im Einsatz, um Menschen aus dem Wasser zu retten. Das Unglück passierte nahe der Küste der Hafenstadt Talisay. Deshalb hofften die Retter, dass sich viele Menschen selbst an Land retten konnten. Der Frachter „MV Sulpicio Express 7“ wurde schwer beschädigt.

Die Fähre war von der südphilippinischen Provinz Agusan del Norte unterwegs über Cebu nach Manila. Der Frachter fuhr von Cebu Richtung Süden nach Davao. Der Schiffsverkehr ist das Haupttransportmittel im Archipelstaat Philippinen, der aus mehr als 7000 Inseln besteht. Unfälle sind aufgrund mangelnder Sicherheitsstandards oder Überbeladung der Schiffe keine Seltenheit. Das bislang Schlimmste passierte kurz vor Weihnachten 1987, als eine Fähre mit einem Öltanker kollidierte. Mehr als 4300 Menschen kamen ums Leben. 

dpa


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