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Panorama Mehr als 100 Tote bei Massenpanik in Indien
Nachrichten Panorama Mehr als 100 Tote bei Massenpanik in Indien
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13:49 16.01.2011
Bei einer Massenpanik in Indien sind mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Quelle: dpa
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Das Unglück ereignete sich am Freitagabend in der Nähe des Tempel-Komplexes von Sabarimala im Bundesstaat Kerala, wo sich zuvor rund 200.000 Menschen zum Abschluss eines traditionellen Hindu-Festivals zum Gebet versammelt hatten.

Beim Rückmarsch der Menschenmassen durch eine dicht bewaldete Bergregion raste nach einem Bericht der Nachrichtenagentur PTI ein Geländewagen in die Menge, dessen Fahrer auf der schmalen Straße die Kontrolle verloren haben soll. Mehrere Pilger seien überfahren worden. Andere hätten versucht, vom Unfallort zu fliehen. Das habe eine Panik ausgelöst, bei der Dutzende totgetrampelt wurden.

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Augenzeugen berichteten im indischen Fernsehen, in dem Gebiet habe es keine angemessene Beleuchtung gegeben. Zudem seien nur wenige Sicherheitskräfte im Einsatz gewesen. Regierungsvertreter räumten ein, dass die betroffene Straße durch den Periyar-Nationalpark, einem Tiger-Reservat, nicht zu den etablierten Routen für den Rücktransport der Pilger zähle. Aus diesem Grund könnten die dort getroffenen Sicherheitsvorkehrungen unzureichend gewesen sein.

Die Polizei wies die Vorwürfe unterdessen zurück. Rund um die Unglücksstelle seien 279 Polizisten im Einsatz gewesen, sagte am Sonntag ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur IANS. Keralas Landesregierung ordnete zusätzlich zu den polizeilichen Ermittlungen eine Untersuchung durch eine unabhängige Expertenkommission an.

Sabarimala zieht jährlich mehrere Millionen Pilger an. Bereits Anfang 1999 waren nahe des Tempels etwa 50 Menschen ums Leben gekommen, als ein Erdwall unter dem Pilgeransturm abrutschte.

dpa