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Panorama Meldepflicht bei Schweinegrippe wird eingeschränkt
Nachrichten Panorama Meldepflicht bei Schweinegrippe wird eingeschränkt
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17:52 13.11.2009
Immer mehr Deutsche lassen sich gegen Schweinegrippe impfen. Quelle: ddp
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Wegen der rasanten Ausbreitung der Schweinegrippe in Deutschland wird die Meldepflicht eingeschränkt. Ärzte müssen ab Sonnabend Verdachtsfälle und Grippekranke ohne Labornachweis nicht mehr an die Gesundheitsämter melden, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin am Freitag bestätigte. Inzwischen gibt es den 14. bestätigten Todesfall.

Laut Bundesgesundheitsministerium müssen den Gesundheitsämtern künftig nur noch Patienten gemeldet werden, bei denen die Infektion aufgrund von Laboruntersuchungen eindeutig nachgewiesen wurde. Zudem müssten auch weiterhin Todesfälle gemeldet werden, die in Verbindung mit der Schweinegrippe stehen, sagte der Ministeriumssprecher. Er bestätigte damit einen Bericht des Bielefelder „Westfalen-Blatt“ vom Freitag. Die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, sagte der Zeitung, die bisherige Meldepflicht sei im Hinblick auf den Erregernachweis nicht mehr sinnvoll. Ärzte beantragen bei Grippekranken demnach nur noch in Einzelfällen einen Labortest. Nach Schätzungen der Gesundheitsbehörden haben sich seit Mai bundesweit 55.000 Menschen mit dem Virus infiziert.

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Aus Sachsen wurde ein weiterer Todesfall - der 14. in Deutschland - gemeldet. Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums in Dresden starb ein 44-jähriger Mann aus dem Vogtland am Donnerstagabend nach einer Infektion mit dem H1N1-Virus. Vorerkrankungen oder Risikofaktoren waren bei dem Betroffen demnach bisher nicht bekannt.

Nach dem Tod eines 46-jährigen Wuppertalers einen Tag nach seiner Schweinegrippe-Impfung brachte die Obduktion der Leiche zunächst keine Hinweise auf einen direkten Zusammenhang, wie ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Freitag sagte. Nach einer ersten Einschätzung der Ärzte starb der 46-Jährige an einem plötzlichen Herzstillstand. Der Mann litt demnach an mehreren Erkrankungen, unter anderem an einem Lungenleiden. Er hatte sich am Dienstag im Gesundheitsamt der Stadt Wuppertal gegen die Schweinegrippe impfen lassen und war tags darauf tot auf der Betriebstoilette eines Wuppertaler Chemiekonzerns gefunden worden.

In Köln soll nach Angaben des Gesundheitsamts die Todesursache einer 24-Jährigen näher untersucht werden, die am Mittwoch zu Hause gestorben war. Zwar wurden bei einem ersten Test bei der Frau auch Schweinegrippe-Erreger gefunden, als Todesursache komme aber auch eine langjährige Vorerkrankung in Betracht, teilte die Behörde am Freitag mit.

Ungeachtet der Ausbreitung der Schweinegrippe hält laut einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-Morgenmagazins nur jeder vierte Deutsche eine Impfung dagegen für notwendig. 43 Prozent würden sich auf keinen Fall gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Nur 14 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich aller Voraussicht nach den Impfschutz holen. Weitere elf Prozent sind sich schon ganz sicher. Befragt wurden am Dienstag und Mittwoch tausend Bundesbürger.

afp

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