Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Mexikanische Drogenmafia tötet 23 Menschen
Nachrichten Panorama Mexikanische Drogenmafia tötet 23 Menschen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:46 05.05.2012
Die mexikanische Grenzstadt Nuevo Laredo ist häufiger Schauplatz im Drogenkrieg. Quelle: dpa (Archivfoto)
Anzeige
Mexiko-Stadt

Neue Gewaltexzesse im mexikanischen Drogenkrieg: 23 Tote sind in der Grenzstadt Nuevo Laredo in Nordmexiko entdeckt worden. Neun Menschen hingen am Freitag von einer Straßenbrücke. Zudem wurden die Leichen von 14 Opfern gefunden, deren Köpfe vor dem Rathaus der Stadt abgelegt waren, berichteten die Behörden. Inoffizielle Quellen sprechen von Racheakten zwischen Drogenbanden.

Bei den Gehängten handelt es sich nach Behördenangaben um fünf Männer und vier Frauen zwischen 25 und 30 Jahren. Die Leichen wurden am Freitag in den frühen Morgenstunden entdeckt. Die Körper zeigten nach Medienberichten Spuren von Folter – eine hinterlassene Nachricht deutete auf den Kampf zwischen dem Golfkartell und einem anderen Kartell hin, dessen Name nicht genannt wurde.

Anzeige

Im Bundesstaat Tamaulipas, zu dem Nuevo Laredo gehört, ist vor allem die Bande „Los Zetas“ aktiv, die als bewaffneter Arm des Golfkartells entstanden war und seit geraumer Zeit ihren früheren Auftraggeber bekämpft. „Los Zetas“ gelten als die brutalste Bande, die inzwischen in weiten Teilen Mexikos, aber auch in den Ländern Mittelamerikas gefürchtet ist.

Wenige Stunden nach dem Fund der Leichen an der Brücke wurden die Leichen der anderen 14 Menschen in einem Fahrzeug gefunden; die Opfer steckten mit abgeschlagenen Köpfen in Plastiktüten. Die Köpfe der Männer hatten die Täter in Kühlboxen vor dem Rathaus von Nuevo Laredo abgeladen.

Vor allem in den Grenzgebieten zu den USA im Norden Mexikos tobt seit Jahren ein unerbittlicher Krieg zwischen den Drogenkartellen um die Schmuggelrouten in die USA. Seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderón im Dezember 2006 sind über 50 000 Menschen in dem Drogenkrieg ums Leben gekommen.

Wie die wichtigsten Grenzübergänge in die USA, Ciudad Juárez und Tijuana, ist auch Nuevo Laredo oft Schauplatz der grausigen Taten. Erst am 17. April dieses Jahres waren 14 Tote in einem Auto nahe des Rathauses gefunden worden. Und vor einer Woche hatten Unbekannte eine Autobombe in der Nähe des Gebäudes für öffentliche Sicherheit gezündet.

dpa