Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Mindestens 18 Tote bei Zugunglück in Belgien
Nachrichten Panorama Mindestens 18 Tote bei Zugunglück in Belgien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:25 15.02.2010
In Halle bei Brüssel fuhren zwei Regionalzüge ineinander. Quelle: ap
Anzeige

Bis zum frühen Abend bargen die Retter 15 Männer und drei Frauen tot aus den Waggonwracks.

Von den 125 Verletzten hätten elf sehr schwer Verletzungen erlitten, sagte De Witte. Das Unglück ereignete sich gegen 8.30 Uhr zur morgendlichen Hauptverkehrszeit nahe des Bahnhofs des Städtchens Halle. Halle ist ein Vorort von Brüssel und liegt jenseits der Stadtgrenzen in Flämisch-Brabant. Der Eisenbahngesellschaft SNCB zufolge waren zwischen 250 und 300 Fahrgäste in den beiden Zügen, viele von ihnen auf dem Weg zur Arbeit in der Hauptstadt.

Anzeige

Laut Gouverneur De Witte kam der Zug, der das Signal missachtet hatte, aus dem flämischen Löwen. Er prallte gegen einen Zug, der zwar kein Signal missachtet, aber Verspätung hatte. Der SNCB zufolge waren unter den Tote und Verletzten auch Bahn-Mitarbeiter.

Augenzeugen berichteten im Rundfunk von einer gewaltigen Erschütterung. Fernsehbilder zeigten die Züge, die sich teils ineinander verkeilt und gegenseitig in die Höhe gehoben hatten. Einige Waggons lagen neben den Gleisen oder waren halb umgekippt. Während der Rettungsarbeiten herrschte zeitweise dichtes Schneetreiben.

Über die genaue Zahl der Toten herrschte zunächst Unklarheit. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft meldete am Mittag laut Belga „zwischen acht und 20“ Opfer. Der Haller Bürgermeisters Dirk Pieters sprach von „mindestens 20“ Todesopfern. Im belgischen Rundfunk war von bis zu 25 Toten die Rede. Eine SNCB-Sprecherin sprach zudem von „zig Schwerverletzten“. Die Verletzten wurden in 14 Krankenhäuser eingeliefert. Manchen mussten noch am Unfallort Beine oder Arme amputiert werden.

Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters erklärte während einer USA-Reise, dies sei „ein neuer schwarzer Tag für Flandern“. Belgiens Ministerpräsident Yves Leterme brach eine Balkanreise ab und wurde noch am Nachmittag am Unglücksort erwartet, ebenso wie König Albert II. Der letzte Zugunfall mit Todesopfern in Belgien ereignete sich vor knapp neun Jahren. Bei dem Zusammenstoß kamen damals acht Menschen ums Leben.

Der Bahnverkehr in Belgien wurde durch das Unglück stark gestört. Die internationalen Züge vom Typ Eurostar und Thalys fuhren deren Betreibergesellschaften zufolge aus Brüssel nicht mehr ab. Der Ausfall dieser Verbindungen hatte laut Deutscher Bahn auch Auswirkungen auf Reisende, die von Köln nach Paris fahren wollten. Der ICE-Verkehr zwischen Deutschland und Brüssel war demnach aber nicht betroffen.

afp