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Panorama Missbrauch von Kinderprostituierten: HIV-Infizierter Sextourist zeigt Reue
Nachrichten Panorama Missbrauch von Kinderprostituierten: HIV-Infizierter Sextourist zeigt Reue
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18:08 20.01.2011
Ein Sextourist aus Celle muss sich vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Quelle: dpa
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Er hat hundertfach Kinderprostituierte in Thailand missbraucht und ihnen seine HIV-Infektion verschwiegen: Vor dem Lüneburger Landgericht hat ein Sextourist aus Celle am Donnerstag sein Geständnis fortgesetzt. Der Angeklagte zeigte sich tief betroffen. „Ich habe die Mädchen benutzt und bereue das zutiefst“, sagte er. „Ich habe die Situation in Thailand ausgenutzt.“

Bereits am vergangenen Freitag hatte der 65-Jährige eingeräumt, sich zwischen 2004 und 2009 in mehr als 400 Fällen an sieben Kindern und 23 Jugendlichen vergangen zu haben. Er gestand nun, ungeschützten Sex mit den Mädchen gehabt zu haben, ohne sie über seine HIV-Infektion aufzuklären. Dem Mann wird daher zusätzlich versuchte Vergiftung vorgeworfen. Das Gericht hatte dem früheren Musiker eine Höchststrafe von neun Jahren zugesagt, wenn er gestehe.

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Die Ausführungen des Angeklagten seien offenbar durchaus ehrlich gemeint, sagte der Vorsitzende Richter. Der Mann habe eingeräumt, dass mindestens 85 Prozent der Vorwürfe zuträfen. Die Anklage stützte sich bis dahin im Wesentlichen auf Tagebücher des Beschuldigten - er hatte über Kontakte zu “200 bis 250“ Frauen akribisch Buch geführt.

Seinen thailändischen Opfern bleibt mit dem Geständnis eine Aussage in Lüneburg erspart. Eine der Kinderprostituierten, die von einem Hochhaus gesprungen war, als sie in Frankreich gegen einen französischen Sextouristen aussagen sollte, ist nach neuesten Erkenntnissen der Polizei noch am Leben. Das Mädchen hätte sich im thailändischen Pattaya in die Tiefe gestürzt, hatte der leitende Ermittler in dem Fall im Dezember ausgesagt. „Man muss heute davon ausgehen, dass das Mädchen lebt“, erklärte er am Donnerstag.

Videos aus dem Jahr 1994 sollen den Angeklagten auch beim Missbrauch eines sieben- oder achtjährigen Mädchens in Deutschland zeigen. In den Filmen ist nach Angaben des Ermittlers eine Frau zu sehen, die dabei zuschaut. Es soll sich um die Mutter des Kindes handeln. Der Fall wird in dem Verfahren jedoch keine Rolle spielen.

dpa

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