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Panorama Mutmaßlicher Erpresser von SchülerVZ war vorbestraft
Nachrichten Panorama Mutmaßlicher Erpresser von SchülerVZ war vorbestraft
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20:48 04.11.2009
Die Startseite des Internetportals SchülerVZ. Quelle: ddp
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Das sagte Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) am Mittwoch in einer Sitzung des Rechtsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus.

Der junge Mann hatte sich am Samstag in seiner Zelle das Leben genommen. Bei der Aufnahme in der Jugendstrafanstalt Plötzensee habe es keine suizidalen Anzeichen gegeben. Der Mann habe während seiner Haft einen lockeren und aufgeschlossenen Eindruck gemacht. „Es ist ein furchtbares Ereignis, wenn sich ein junger Mensch das Leben nimmt“, sagte von der Aue.

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Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann aus Erlangen vorgeworfen, von den VZnet Netzwerken (SchülerVZ, StudiVZ, MeinVZ) eine Zahlung in Höhe von 80.000 Euro gefordert oder andernfalls die Veröffentlichung zuvor von ihm ausgespähter Nutzerdaten angedroht zu haben.

Sein Anwalt Ulrich Dost hatte den Anschuldigungen zuvor widersprochen. Es gebe Hinweise darauf, „dass eine Erpressung nicht versucht wurde“. Seinem Mandanten soll durch Mitarbeiter des Unternehmens „ein unbeziffertes Zahlungsangebot gemacht worden sein“. In einem solchen Fall hätte dem Anwalt zufolge Zahlungsbereitschaft des Unternehmens vorgelegen, „die folglich nicht mit einer Drohung erzwungen werden musste“. Laut Verteidigung stelle sich die Frage, ob das Unternehmen seinem Mandanten „ein Schweigegeld angeboten hat, um das Aufdecken von ’Sicherheitslücken’ der Plattform in der Öffentlichkeit verhindern zu können“. Die Netzwerke hatten diese Darstellung am Dienstag zurückgewiesen und als „ebenso unglaublich wie haltlos“ bezeichnet.

Vor rund zwei Wochen war bekanntgeworden, dass der SchülerVZ-Nutzer eine Vielzahl von Profilen aufgerufen und Kopien von Daten angelegt habe. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hatte mitgeteilt, mehr als 100.000 Datensätze aus dem Netzwerk netzpolitik.org erhalten zu haben, darunter auch sensible personenbezogene Daten von Teilnehmern, die ihre Daten in dem Netzwerk nur für Freunde sichtbar eingestellt hatten.

ddp

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