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Panorama Mutmaßlicher Killer von Sarstedt schweigt
Nachrichten Panorama Mutmaßlicher Killer von Sarstedt schweigt
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19:50 17.01.2012
Gefasst: Fahnder führen Mohammed O. (Mitte) dem Haftrichter vor. Quelle: Gossmann
Sarstedt

Der mutmaßliche Mörder ist mit jener Frau verheiratet, zu der das Mordopfer eine Liebesbeziehung unterhielt. Er hatte sich in der Nähe der Staatsanwaltschaft bei einem Verwandten versteckt. Der zweite Verdächtige ist noch auf der Flucht.

Es ist ein ereignisloser Montagabend in einem unscheinbaren Zehn-Parteien-Mietshaus, keine 500 Meter vom Justizzentrum Hildesheim entfernt. Bis plötzlich um 18.50 Uhr SEK-Beamte in Schutzmontur durchs Treppenhaus stürmen. Ihr Ziel: eine Wohnung im zweiten Stock, die erst seit ein paar Wochen an ein Mitglied der Familie O. vermietet ist. Bellende Polizeihunde, dazu die dumpfen Stöße der Ramme, mit der die Beamten die Wohnungstür öffnen, all das ist im ganzen Haus zu hören. Einer der Mieter sieht im Treppenhaus nach dem Rechten, doch er hat kaum den Kopf aus der Tür gesteckt, als ihm schon Polizisten ihre Ausweise vor die Nase halten und ihn auffordern  zurückzuweichen. Der 38-Jährige, der wie erwartet in der Wohnung seines Bruders Unterschlupf gefunden hat, leistet keinen Widerstand. Die Polizei findet auch keine Tatwaffen bei ihm und führt ihn ab.

Wie Oberstaatsanwalt Bernd Seemann bestätigte, war der Mann schon seit den Todesschüssen in der Neujahrsnacht verschwunden. Die Ehefrau des 38-Jährigen hatte sich mit dem Syrer Abdelkader D. eingelassen, eine Beziehung, die der jetzt Festgenommene und seine Familie zutiefst missbilligten. Im Familienkreis soll auch der Plan für den Mord gereift sein.

Laut Seemann gibt es eine ganze Reihe von stichhaltigen Anhaltspunkten, die den Mordverdacht gegen den verlassenen Ehemann begründen. Welche, könne er allerdings nicht sagen, da das die Ermittlungen und die Fahndung nach dem zweiten Mörder gefährden könnte. Dieser 33-Jährige gehört ebenfalls zur Familie O., er geriet als Halter des Fluchtwagens ins Visier der Mordkommission. Der Opel Vectra wurde zwar in Nordstemmen gefunden, von dem Besitzer fehlt jedoch jede Spur.

Bislang deutet sich auch nicht an, dass der Festgenommene daran etwas ändert. Der Mann lässt sich von einem Anwalt vertreten und verweigert die Aussage. Ersten Erkenntnissen zufolge ist er bisher nicht vorbestraft. Am Dienstagnachmittag brachten Polizisten den kräftig gebauten Hildesheimer in Handschellen zum Haftrichter. Weil er dringend verdächtigt wird, aus niedrigen Beweggründen den heimtückischen Mord begangen zu haben, kam er in Untersuchungshaft.

Was seinen mutmaßlichen Mittäter angeht, ermittelt die 20-köpfige Mordkommission „01/2012“ mit unvermindertem Aufwand weiter, sagte Seemann. Er sei optimistisch, dass auch der zweite Verdächtige gefasst werde: „Das bin ich von Berufs wegen – die Erfahrung zeigt, dass solche Fälle aufgeklärt werden.“

Christian Wolters

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