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Panorama Nach „Aktenzeichen XY“: Neue Hinweise zum Fall Walter Lübcke – auch Fotos und Videos
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Nach „Aktenzeichen XY“: Neue Hinweise zum Fall Walter Lübcke – auch Fotos und Videos

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09:19 06.06.2019
Moderator Rudi Cerne. Quelle: Matthias Balk/dpa
Wolfhagen

Nach dem tödlichen Schuss auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) und der Fernsehfahndung in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ sind neue Hinweise bei den Ermittlern eingegangen. „Eine ganz heiße Spur war aber noch nicht dabei“, sagte der Soko-Sprecher der Polizei, Torsten Werner, am Donnerstagmorgen in Kassel. Über das Hinweis-Telefon seien am Mittwochabend „ein paar wenige Anrufe eingegangen“. Die Ermittler hatten sich mehr davon versprochen, wie Werner sagte.

Außerdem seien aber auch während und nach der Sendung „einige Fotos und Videos“ von Besuchern einer Kirmes in der Nähe des Tatorts per Mail zugesandt worden. Die Dateien müssten aber noch ausgewertet werden. „Bislang haben wir keine konkreten Erkenntnisse“, sagte Werner.

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Dutzende weitere Beamte für Soko Walter Lübcke

Unterdessen wurde die Soko „Liemecke“ von etwa 20 auf rund 50 Beamte verstärkt. Es sei üblich, dass solch eine Einheit im Laufe der Ermittlungen aufgestockt werde, sagte Werner. Zuerst hatte das Nachrichtenportal „HNA.de“ über die Aufstockung der Soko berichtet.

Cerne hatte in der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ noch einmal die aktuellen Erkenntnisse zusammengefasst. Walter Lübcke wurde in der Nacht zum Sonntag mit einer kleinkalibrigen Waffe, also einer Pistole oder einem Revolver, aus nächster Nähe durch einen Schuss in den Kopf schwer verletzt und gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Hauses gefunden. Wenig später starb er.

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Walter Lübcke hat die Stunden vor seinem Tod zu Hause verbracht

Inzwischen sei klar, so Cerne, dass Lübcke den Samstagabend, also die Stunden vor seinem Tod, in seinem Haus verbracht habe. Hinweise könnten von Besuchern einer Kirmes stammen, die zwischen Donnerstag und Sonntag ganz in der Nähe von Lübckes Wohnhaus in Wolfhagen im Stadtteil Istha stattfand. Eine 20-köpfige Sonderkommission befasst sich momentan mit dem Fall. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, hatte Sabine Thurau, Chefin des hessischen Landeskriminalamtes, gesagt. Man wolle nichts ausschließen. Ermittelt wird wegen des „Verdachts der Tötung“.

Der CDU-Politiker soll allerdings in den vergangenen Jahren immer wieder Drohungen von Rechten erhalten haben – unter anderem von sogenannten Reichsbürgern. Zeitweise habe Lübcke unter Polizeischutz gestanden. Sogar nach Lübckes Tod gehen Häme und Spott von rechts gegen den CDU-Politiker weiter.

Im Jahr 2015 hatte sich der Regierungspräsident gegen Schmährufe zur Aufnahme von Flüchtlingen gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne das Land verlassen. Danach hatte er Morddrohungen erhalten. Bislang gebe es keine Erkenntnisse über einen möglichen Zusammenhang mit den damaligen Drohungen, hatte es am Montag geheißen.

Das LKA Hessen nimmt Hinweise entgegen unter 0561/ 9104444 oder wolfhagen@polizei-hinweise.de

Von RND/goe

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