Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Nach Dammbruch in Brasilien: Zweifel an weiteren TÜV-geprüften Dämmen
Nachrichten Panorama Nach Dammbruch in Brasilien: Zweifel an weiteren TÜV-geprüften Dämmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:26 14.03.2019
Nach einem Dammbruch im brasilianischen Brumadinho mit mindestens 200 Toten müssen zwei Tüv-Mitarbeiter erneut in Haft. Quelle: dpa/Rodney Costa
Belo Horizonte

Nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien mit mindestens 200 Toten hat die Justiz erneut Haft für elf Mitarbeiter des Bergbaukonzerns Vale und zwei des Tüv Süd angeordnet. Der Gerichtshof des Bundesstaates Minas Gerais im Südosten Brasiliens machte damit am Mittwoch (Ortszeit) die im Februar angeordnete Haftentlassung der Mitarbeiter rückgängig. Die Justiz ermittelt wegen des Dammbruchs an der von Vale betriebenen Mine Córrego do Feijão nahe der Stadt Brumadinho am 25. Januar.

Der Tüv Süd will in Brasilien keine Staudämme mehr begutachten, wie der Vorstandsvorsitzende Axel Stepken der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag) sagte. „Wir haben das Vertrauen in das gegenwärtige brasilianische Prüfverfahren verloren.“ Die Tüv-Fachleute des Unternehmens haben in dem südamerikanischen Land insgesamt 30 Dämme für den Bergbaukonzern zertifiziert. Demnach gibt es bei 8 weiteren Dämmen Zweifel, ob die Berechnungsgrundlagen für die Statik stimmten: „Der erste Eindruck hat ergeben, dass die zur Berechnung der Stabilität verwendete Methodik bei bislang acht Dämmen zu hinterfragen ist“, sagte Stepken der Zeitung. „Obwohl die Erkenntnisse sehr vorläufig sind, haben wir sie weitergeleitet, um damit potenzielle Risiken für Mensch und Umwelt zu verringern.“

Stabilität des Damms wurde bescheinigt

Bei dem Dammbruch war eine Schlammlawine über Teile von Brumadinho und angrenzende Siedlungen hinweggerollt. 108 Menschen sind immer noch vermisst. In der Pressemitteilung vom Mittwoch erwähnt der Gerichtshof explizit, dass zwei Ingenieure von Tüv Süd die Stabilität des Damms bescheinigt hätten.

Der Dammbruch gilt als die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes, wie es weiter hieß. Vorläufige Ermittlungen deuten darauf hin, dass sowohl Mitarbeiter von Vale als auch vom Tüv Süd und anderen Unternehmen von Stabilitätsrisiken am Damm wussten.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Regen, Sturm und sogar ein Tornado in der Eifel: Nach den vergangenen Tagen bleibt es weiterhin stürmisch in Deutschland – von besserem Wetter keine Spur. Ganz im Gegenteil: Die nächsten Tiefdruckgebiete sind schon auf dem Weg.

14.03.2019

382 Geistliche wurden seit 1990 in Polen als Täter sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen registriert. Dieses Ergebnis wurde am Donnerstag bei Polens Bischofskonferenz bekannt gegeben.

14.03.2019

Hat der „Empire“-Star Jussie Smollett gelogen? Im Februar soll der 36-Jährige von zwei Männern angegriffen worden sein. Doch nun muss sich der Schauspieler wegen Falschaussage vor Gericht verantworten.

14.03.2019