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Panorama Kollegah und Farid Bang besuchen KZ-Gedenkstätte Auschwitz
Nachrichten Panorama Kollegah und Farid Bang besuchen KZ-Gedenkstätte Auschwitz
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21:50 07.06.2018
Die Rapper Kollegah und Farid Bang stehen in der Nähe der Ruinen von Gaskammer und Krematorium Nummer 5 in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Quelle: dpa
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Berlin

Die Rapper Kollegah und Farid Bang haben am Donnerstag die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht. Sie folgten damit einer Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees. Die Sänger wurden beim Gang durch die Gedenkstätte von Christoph Heubner, dem Vizepräsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees, und Vertretern der Gedenkstätte geführt. An der berüchtigten Todeswand am Block 11 in Auschwitz legten sie zu Ehren der Ermordeten Blumen nieder.

Das Internationale Auschwitz-Komitee hatte die Rapper nach der heftigen öffentlichen Debatte um ihre Songtexte und die Auszeichnung mit dem Musikpreis Echo zu einem Besuch der Gedenkstätte eingeladen. Während des Zweiten Weltkrieges hatten die Nationalsozialisten in dem Konzentrationslager mehr als eine Millionen Menschen ermordet, die meisten von ihnen Juden.

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Genugtuung für die Auschwitz-Überlebenden

„Für die Auschwitz-Überlebenden ist der Besuch der Rapper eine Genugtuung und auch eine Geste an ihre jungen Fans, dass Hass, Menschenverachtung und Antisemitismus in keiner Kunst einen Platz haben sollten“, sagte Huebner. Die Musiker hätten die Gedenkstätte „nachdenklich, betroffen und voller Fragen“ verlassen.

Farid Bang und Kollegah waren im April trotz Antisemitismus-Vorwürfen und massiver Kritik im Vorfeld mit dem Echo ausgezeichnet worden. Sie erhielten den Preis für ihr Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3“. Darin finden sich Textzeilen wie „Mache wieder mal ’nen Holocaust, komm’ an mit dem Molotow“ oder „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“.

Die Auszeichnung der Rapper hatte bundesweit ein Welle der Empörung ausgelöst. Unter dem massiven öffentlichen Druck entschied der Bundesverband Musikindustrie, den Echo in der bisherigen Form abzuschaffen.

Von RND/epd/dpa

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