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Panorama Nach Explosion in Peine sucht LKA die Brandursache
Nachrichten Panorama Nach Explosion in Peine sucht LKA die Brandursache
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07:33 12.10.2010
Nach dem Großfeuer vom Sonntag liegen vor dem Gebäude noch Trümmer auf der Straße in Peine.
Nach dem Großfeuer liegen vor dem Gebäude noch Trümmer auf der Straße. Quelle: Ralf Büchler
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Einen Tag nach dem Großfeuer in Peine mit einem Schwerverletzten ist die Brandursache noch unklar. Die Ruine in der Südstadt ist weiträumig abgesperrt. Auch der Innenhof des Nachbargebäudes ist gesperrt, denn das beschädigte Haus droht einzustürzen.

„Die Brandursache ist noch nicht geklärt“, sagte Polizeisprecher Rüdiger Ulrich. Am Vorabend hatte es geheißen, ein noch unbekannter Täter habe gegen 20.40 Uhr einen Brandsatz oder eine Bombe in das arabische Lebensmittelgeschäft im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses geschleudert, kurz darauf habe der Ladenraum in dem Backsteingebäude in Flammen gestanden. Dies habe sich bisher so nicht bestätigt, sagte der Sprecher am Montag. Man habe die Brandursachen-Kommission des Landeskriminalamtes um Hilfe gebeten. Die Experten waren gestern in Peine, um sich ein Bild zu machen. „Mit einem ersten Ergebnis rechnen wir frühestens am Dienstag“, sagte Ulrich. Der 37-jährige Schwerverletzte wird mit erheblichen Verbrennungen in der Medizinischen Hochschule Hannover behandelt.

Die bisherigen Ermittlungsergebnisse der Polizei seien widersprüchlich, sagte Peines Kripo-Chef Michael Sock. Fest steht, dass eine Zeugin kurz vor der Explosion an dem Gebäude vorbeigegangen ist. Ihr sei jedoch nichts aufgefallen, was die Ermittler voranbringe.

An der Ruine standen die Brandermittler vor dem Problem, dass das Gebäude stark einsturzgefährdet ist. Ein Statiker untersuchte das Haus am Vormittag, gab aber keine Entwarnung. Darauf zogen die Ermittler wieder ab. Sie werden heute erneut anreisen. Dann steht fest, ob das Gebäude zusätzlich gesichert werden muss. Im Verlauf des Tages gab das Mauerwerk der Front zentimeterweise nach und sackte nach unten. Bei der Explosion sind im Umfeld vier Häuser stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Schaden beträgt mehrere 100 000 Euro. Vor dem Gebäude war ein Kleinlaster geparkt, der nach der Explosion ebenfalls Feuer fing.

Metin Asland, einer der Hausbewohner, wirkte am Montag gefasst. Mit Verwandten, bei denen er untergekommen ist, blickte er auf die Trümmer. Vier Wohnungen des Sechs-Parteien-Hauses waren bewohnt. „Wir waren alle bei einer Verlobungsfeier“, erzählte er. Dort habe jemand angerufen und gesagt, dass das Haus in Flammen steht. Sofort wurde die Feier abgebrochen. Hilflos mussten die Familien ansehen, wie ihr Hab und Gut verbrannte.

„Es soll jemand gesehen worden sein, der geflüchtet ist, als das Haus explodierte“, erzählt Aslan. Die Explosion ging vom Ladenlokal aus. Dort ist die Zerstörung am größten. Einen Gasanschluss soll es dort nicht geben. „Und die Heizung ist erst vor zwei Jahren erneuert worden“, ergänzte Martin Mehlin, der nebenan einen Kiosk betreibt.

Thorsten Pifan

Karl Doeleke 11.10.2010
11.10.2010