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Panorama Nach Grippeimpfung ein Fall von Nervenkrankheit
Nachrichten Panorama Nach Grippeimpfung ein Fall von Nervenkrankheit
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12:18 13.11.2009
Grippe-Impfung in Frankreich hat angeblich eine Nervenkrankheit ausgelöst. Quelle: ddp (Archiv)
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In Frankreich ist nach dem Beginn der landesweiten Impfungen gegen die Schweinegrippe ein Fall einer Nervenkrankheit aufgetreten, die durch das Grippemittel ausgelöst werden kann. Ein geimpfter Patient sei „wahrscheinlich“ an dem so genannten Guillain-Barré-Syndrom erkrankt, teilte das französische Gesundheitsministerium am Donnerstagabend in Paris mit. Es handele sich aber um eine schwache Form und die Situation des Erkrankten entwickele sich „günstig“. Noch sei auch nicht sicher, ob die Krankheit wirklich durch die Impfung ausgelöst worden sei.

Laut dem Ministerium treten jedes Jahr zwischen 1700 und 1800 Fälle von Guillain-Barré in Frankreich auf, die einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen. In den meisten Fällen sei dies Folge einer Infektion durch Bakterien oder Viren, darunter auch durch Grippeviren. Es sei eine „vertiefte Untersuchung“ notwendig, um zu entscheiden, ob der jetzt aufgetretene Fall tatsächlich mit der Impfung zusammenhänge. Das Ministerium habe über den Fall umgehend informiert, um Transparenz zu möglichen Nebenwirkungen der Impfungen zu schaffen.

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Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine Erkrankung von Nervenenden am Rückenmark, die zu einer schrittweisen Lähmung des Körpers führen kann. Diese beginnt üblicherweise an den unteren Gliedmaßen und breitet sich dann nach oben aus. Dies kann zu einer Lähmung der Atmung führen. Meist genesen die Erkrankten wieder vollständig, wenn sie rechtzeitig behandelt werden. Fünf Prozent sterben aber, und zehn Prozent leiden unter dauerhaften Schäden. Die französische Gesundheitsbehörde Afssaps verwies darauf, dass die Krankheit 70 Mal häufiger nach einer Grippe auftritt als nach der Impfung gegen diese.

1976 waren rund 500 Fälle des Syndroms in den USA registriert worden, nachdem es eine Massenimpfung gegen die Schweinegrippe gegeben hatte. Damals waren 40 Millionen Menschen geimpft worden, nachdem der Virus sich auf einer Militärbasis verbreitet hatte. 25 Menschen sind damals an dem Syndrom gestorben. Laut Experten ist aber bis heute nicht hundertprozentig sicher, ob dies Folge des Impfstoffs war.

afp