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Panorama Nach Kinderverbot: Farbattacke auf Café in Hamburg
Nachrichten Panorama Nach Kinderverbot: Farbattacke auf Café in Hamburg
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15:08 22.03.2019
Kaffee ohne Kinder ist in einem Hamburger Café nun der Normalfall (Symbolfoto). Quelle: Mascha Brichta/dpa
Hamburg

Nach dem Kinderverbot in einem Hamburger Café haben Unbekannte in der Nacht zum Freitag einen Farbanschlag auf das Restaurant verübt. Die Fassade wurde mit schwarzer und weißer Farbe besprüht, wie die Polizei am Freitag bestätigte. Zudem seien ein trauriger Smiley und die Worte: „Kevin, 6 Jahre“ aufgesprüht worden. Zuvor hatte die „Hamburger Morgenpost“ darüber berichtet. Seit Tagen wird im Netz die Entscheidung der Inhaberin diskutiert, Kinder unter sechs Jahren nicht in das Frühstücks- und Brunch-Restaurant zu lassen. Die Besitzerin Monika Ertl hatte nach Medienberichten mit etlichen Anfeindungen zu kämpfen.

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Unter dem Hashtag #Schnullergate hatte Ertl ihre Entscheidung auf Instagram verteidigt. Sie selbst sei auch Mutter einer Tochter. „Kinderfeindlichkeit zu unterstellen, ist also schonmal Blödsinn“, heißt es in dem Statement. Vielmehr habe die Entscheidung betriebswirtschaftliche Gründe. „Das moki's goodies ist kein spendenfinanziertes demokratisches Mutter-Kinder-Projekt, sondern ein Restaurant, für das ich mir ein Konzept überlegt und in das ich mein privates Geld investiert habe“. Am Freitag war Ertl zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ähnlicher Fall auf Rügen sorgte für Schlagzeilen

Ihre Entscheidung hatte im Netz neben Anfeindungen auch viel Zustimmung erhalten. „Ja, ich bin dafür, dass es ein Café gibt mit dem Konzept. Wenn Eltern mal müde sind und sich für kurze Zeit an einem "Rückzugsort" erholen, hören sie doch nicht auf, ihre Kinder zu lieben“, schreibt eine Nutzerin. „Ich bin auch Mutter eines kleinen Sohnes und ich kann verstehen, dass manche Café-Besitzer oder Gäste von Kinderlärm sich schnell gestört fühlen“, schreibt eine andere.

Im vergangenen Sommer hatte das Restaurant „Oma's Küche“ auf der Insel Rügen für Schlagzeilen gesorgt, weil dort Kinder unter 14 Jahren ab 17 Uhr nicht mehr erwünscht sind. Für zusätzlichen Ärger hatte der Hinweis des Betreibers gesorgt, dies habe auch mit der mangelnden Erziehung durch die Eltern zu tun.

Von RND/dpa