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Panorama Nach Lotsenstreik in Spanien: Lage teilweise normalisiert
Nachrichten Panorama Nach Lotsenstreik in Spanien: Lage teilweise normalisiert
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13:08 05.12.2010
Wegen der Streik der spanischen Fluglotsen am Wochenende müssen Flugreisende noch immer mit Verspätungen rechnen. Quelle: dpa
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Auf den Großflughäfen von Madrid und Barcelona wurden die Passagiere nach Informationen des staatlichen Rundfunks RNE normal abgefertigt, dennoch gab es bei den Flügen in den frühen Morgenstunden beträchtliche Verspätungen. Einige Flugverbindungen wurden gestrichen. Dies galt vor allem für spanische Inlandsflüge.

Der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba hatte am Samstagabend versichert, dass sich ein Chaos wie am Freitag und Samstag auf den Flughäfen nicht wiederholen werde. Die Lotsen hatten mit einem nicht angemeldeten Streik den Luftverkehr in ganz Spanien zum Erliegen gebracht. Mehr als 600.000 Passagiere saßen fest.

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Erst am Samstagnachmittag starteten auf den Großflughäfen von Madrid, Barcelona, Palma de Mallorca und den Kanarischen Inseln wieder Maschinen. Nach Angaben des Ministers wird die Lage sich erst am Montag wieder vollständig normalisieren.

Noch immer warten Tausende Kunden der deutschen Fluglinie Air Berlin auf eine Rückkehr nach Deutschland. Auf Mallorca sitzen etwa 1500, auf den Kanaren 4500 Urlauber fest, wie eine Sprecherin des Unternehmens am Sonntag sagte. Die Fluggesellschaft setze Sondermaschinen ein, um die Urlauber so schnell wie möglich zurück nach Deutschland zu bringen. Auch Maschinen aus Österreich und der Schweiz seien im Einsatz.

Der Reiseveranstalter Thomas Cook holt rund 3500 in Spanien gestrandete Urlauber nach Deutschland. „Bis spätestens Dienstag sind alle zurück“, sagte Unternehmenssprecher Mathias Brandes am Sonntag in Oberursel bei Frankfurt. Am Sonntag waren drei Sondermaschinen von Deutschland auf die Kanarischen Inseln unterwegs, wo die meisten der Betroffenen wegen des Streiks der spanischen Fluglotsen festsaßen. Aus Mallorca sollten alle Urlauber schon am Sonntag zurück in Deutschland sein.

Den rund 3500 betroffenen Gästen, die von Deutschland aus nach Spanien fliegen wollten, hatte Thomas Cook angeboten, ihre Reise kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. Wie viele davon Gebrauch gemacht hatten, konnte Brandes nicht sagen. Zur Marke Thomas Cook gehören Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Last Minute und Air Marin.

Bei der Lufthansa gebe es am Sonntag nur noch einzelne Verspätungen, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Am Samstag seien insgesamt rund 30 Lufthansa-Flüge zwischen der Iberischen Halbinsel und Deutschland gestrichen worden.

Ein Sprecher der TUI in Hannover spricht von einem organisierten Chaos, was auf den Flughäfen herrsche. „Die Flugpläne sind noch durcheinander“, sagte er am Sonntag. Fluggäste nicht nur auf Spanienstrecken brauchten Geduld, da viele Maschinen nicht da stünden, wo sie hingehörten. TUI hat nach eigenen Angaben bis Sonntag 7000 von insgesamt 8200 Urlaubern zurückgeholt, die am Samstag in Spanien auf ihre Rückflüge warteten. Bis Montag früh sollten auch die letzten 1200 Urlauber in Fuerteventura zurück nach Deutschland kommen.

Die spanische Regierung hatte aufgrund des Lotsenstreiks erstmals in der jüngeren Geschichte den Alarmzustand verhängt und die Regulierung des zivilen Flugverkehrs dem Kommando des Militärs unterstellt. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen die Teilnehmer des wilden Lotsenstreiks ein.

Über verspätete An- und Abflugszeiten am Flughafen Hannover können sie sich hier informieren.

dpa/r.

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