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Panorama Nackte Kanzlerin beim Karneval im Rheinland
Nachrichten Panorama Nackte Kanzlerin beim Karneval im Rheinland
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13:55 15.02.2010
Unter dem Motto „Der Sündenfall“ reckte sich in Düsseldorf eine rosige Angela Merkel im Eva-Kostüm einer Steuerflucht-CD entgegen, die ihr von einer Schlange angeboten wurde. Quelle: dpa
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Auf den Prunk- und Persiflage-Wagen in Köln, Düsseldorf und Mainz bekam die schwarzgelbe Regierungs-Koalition ihr Fett weg. So übernahm Bundeskanzlerin Angela Merkel in Köln am „Einschuldungstag“ die Unterweisung der Erstklässler im Schuldenmachen. In Mainz spielten Merkel und ihr Vizekanzler Guido Westerwelle Lotto, um Steuersenkungen zu ermöglichen.

Die Düsseldorfer Jecken präsentierten fast schon traditionell eine nackte Kanzlerin: Unter dem Motto „Der Sündenfall“ reckte sich eine rosige Angela Merkel im Eva-Kostüm einer Steuerflucht-CD entgegen, die ihr von einer Schlange angeboten wurde.

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Auch der Streit um die Mohammed-Karikaturen wurde von den Düsseldorfern aufgegriffen: Ein abgeschlagener Narrenkopf erwies sich als zäh und biss einem heiligen Krieger ins Gesäß.

Da der Düsseldorfer Zug mit 69 Wagen unter dem Motto „Jeck we can“ stand, durfte auch Barack Obama nicht fehlen. Die Düsseldorfer präsentierten ihn als abgestürzten Erlöser, der seinen Heiligenschein verloren hat. Nur Spott hatten die Karnevalisten in der nordrhein- westfälischen Landeshauptstadt für die SPD übrig: Der neue Parteivorsitzende Sigmar Gabriel ritt auf dem Gerippe eines Parteipferdes und kam nicht von der Stelle. In Mainz wurde Gabriel als „zartes Pflänzchen“ eingetopft, seine vielen Vorgänger waren alle rasch verwelkt.

In Köln badete Silvio Berlusconi unter der Überschrift „Berlusconis G20-Gipfel“ in einem Meer aus weiblichen Brüsten. Weitaus provokanter die Düsseldorfer: Sie zeigten den italienischen Ministerpräsidenten mit einem Mafioso beim Vollzug der Homo-Ehe.

Die Kölner hatten noch bis zuletzt an ihrem aktuellsten Motivwagen gearbeitet, der die jüngsten Enthüllungen zum Pfusch beim U-Bahnbau thematisierte: Ein dicker Elefant sitzt auf den Trümmern des eingestürzten Stadtarchivs die Probleme aus, während Stadt, Verkehrsbetriebe und Gutachter - symbolisiert durch drei Affen - nichts hören, sehen und sagen. In der Baugrube klaut ein Dieb derweil die stabilisierenden Eisenbügel.

Der Kölner Rosenmontagszug setzte sich um kurz nach 10.30 Uhr als erstes in Bewegung: Mit über 11 000 Teilnehmern und 100 Fest- und Persiflage-Wagen war er wieder der größte Karnevalszug Deutschlands. Dieses Jahr war sein Weg mit sieben Kilometern sogar noch etwas länger, weil er einen Umweg um das eingestürzte Stadtarchiv machte. Das Motto des Zuges lautete „In Kölle jebützt“ (In Köln geküsst).

Auf mehreren Wagen fuhren Prominente gibt, darunter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und der Komiker Dirk Bach. Uwe Ochsenknecht musste kurzfristig absagen, weil er die Grippe bekommen hatte. Bis zuletzt war in Köln wegen des Schnees unklar, ob die über 500 Pferde mitziehen konnten. Doch schließlich meldete Festkomitee- Mitglied Sigrid Krebs: „Die Straßen sind frei, alle konnten mit!“ Neues Kamelle-System für den Prinzen Auch in Mainz setzte sich der Zug bei Schneegriesel und eisigen Temperaturen in Bewegung. Etwa 9800 Teilnehmer in Fußgruppen, zu Pferde und auf bunt geschmückten Wagen ließen sich das Feiern vom Winterwetter nicht verderben. Zudem erwarteten die Veranstalter rund eine halbe Million Zuschauer zum 60. Rosenmontagszug nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Motto diesmal: „Bei uns in Meenz gilt die Devise, die Fassenacht kennt keine Krise“.

Zum ersten Mal fuhr in Köln der neue Prinzenwagen mit einem besonderen „Kamelle-System“ mit: Ein Laufband transportierte ständig neues Wurfmaterial nach oben. Der Prinz und sein Gefolge mussten nur noch zugreifen - Tütenaufreißen gehörte der Vergangenheit an. Die Kölner Narren wollten auch diesmal wieder 300 Tonnen Süßigkeiten unter die bis zu eine Million Zuschauer bringen.

Aber nicht nur im Rheinland waren die Narren aktiv: Rottweil war wie jeden Rosenmontag eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Beim traditionellen Narrensprung zogen rund 4000 Kleidlesträger durch die verschneite Altstadt und vollführten mit Hilfe ihrer Stangen wilde Sprünge.

dpa