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Panorama Nackte Studenten werben für Lüneburg
Nachrichten Panorama Nackte Studenten werben für Lüneburg
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08:27 19.05.2017
Der 33jährige Student Tobias posiert vor der Fotografin Tina Höltmann. Quelle: dpa
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Lüneburg

Nackt schreitet Laura auf einer Treppe den Kalkberg hoch, ein Naturschutzgebiet in Lüneburg. Die 21-Jährige studiert zwar angewandte Kulturwissenschaften, an diesem Tag lässt sie sich aber für einen Aktkalender ablichten, genannt „Lüneburg hüllenlos“. „Das ist eine Herausforderung“, sagt sie, „mal etwas ganz Neues machen“. Und ein wenig Exhibitionismus sei auch dabei: „Dass andere Leute einen sehen können, das hat schon was“, erklärt sie, während die Fotografin Anweisungen für die perfekte Pose gibt.

Der Kalender wird für einen gute Zweck produziert. Mit einem Teil der Erlöse soll ein Wohnprojekt von Behinderten und Nicht-Behinderten gefördert werden. Models sind zwölf weibliche und zwölf männliche Studenten der Lüneburger Leuphana Universität und der TU in Hamburg-Harburg - so kann der Betrachter in jedem Monat zwischen zwei Motiven wählen. „Wir wollen beweisen, dass man auch mit kleinen Projekten einer guten Sache dienen kann“, erläutert Marco Schulz, einer der Initiatoren. Außerdem soll der Kalender umweltfreundlich produziert werden und für die Landschaft der Region werben, fügt Schulz hinzu.

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Die Idee zu einem Aktkalender unter dem Motto „Beautiful by Nature“ hatte die 24-jährige Katrin Schmidt. „Es müssen nicht immer die superdurchtrainierten Körper sein. Es können ruhig auch mal ein paar Kurven mehr sein“, sagt sie. Das Ziel seien keine Hochglanz-Pin-ups aus dem Studio wie bei anderen Kalenderprojekten etwa von Feuerwehrmännern und jungen Bäuerinnen. „Die Frauen und Männer sehen doch sonst alle gleich aus“, findet Katrin, die selbst das November-Bild ziert.

In Lüneburg haben sich zwar genug weibliche Freiwillige gemeldet, doch gab es Probleme, zwölf Männer zu finden. Die Organisatoren mussten sich an die männerlastige TU Hamburg-Harburg wenden. Denn, so weiß die Hamburger Fotografin Tina: „Männer sind viel schüchterner.“

dpa/kas