Namensverwechslung Facebook sperrt falsche Isis
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Panorama Facebook sperrt falsche "Isis"
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23:07 18.11.2015
Mit diesem Selfie protestierte Isis Anchalee Wenger im August 2015 gegen Sexismus in der Software-Branche. Quelle: Isis Anchalee Wenger/Twitter
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Als Isis Anchalee Wenger vor etwa 22 Jahren geboren wurde, existierte die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) noch nicht. Vielleicht hätten ihre Eltern sonst einen anderen Namen gewählt. Aber so benannten sie ihre Tochter nach der ägyptischen Göttin. Genauso wie es viele Eltern taten.

Frauen wollen ihren Vornamen zurück

Heute erinnert Isis viele Menschen jedoch an Angst und Schrecken, errst recht nach den Anschlägen von Paris, für die die Gruppe die Verantwortung übernommen hat. Tausende Frauen haben deshalb bereits mit einer Online-Petition darauf gedrängt, dass die Terrormiliz nicht mehr Isis genannt wird – damit sie endlich ihren Vornamen zurückbekommen. Bisher vergeblich, wie Isis Anchalee Wenger am Dienstag selbst erlebte.

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Ihr Facebook-Account war plötzlich gesperrt. Offenbar wegen ihres Namens, wie sie auf Twitter beklagte: "Facebook denkt, ich bin eine Terroristin." Sie habe dem Unternehmen ein Foto ihres Ausweises geschickt – ohne Erfolg. Ihr Account sei erst wieder freigeschaltet worden, nachdem sie ihre Identität dreimal bestätigt habe. Zwischenzeitlich hatte auch ein Facebook-Mitarbeiter über Twitter den Fall mitbekommen.

Hollande nannte Isis Daesh

Damit so etwas nicht mehr passiert, macht Isis Anchalee Wenger einen Vorschlag: Die Terrormiliz solle fortan Daesh genannt werden. Es ist eine Abkürzung, sie leitet sich vom vollständigen arabischen Namen ab. Sie wurde von Frankreichs Präsident François Hollande verwendet, als er über die Anschläge in Paris sprach. In Deutschland wird dagegen meistens vom IS gesprochen.

Daesh zu sagen, sei bei den Islamisten allerdings verboten, schreibt der "Stern", weil es im Arabischen ähnlich lautende Wörter gibt, die negativ besetzt seien. Die Abkürzung könne deshalb auch dazu benutzt werden, die Islamisten zu beleidigen. Und Isis Anchalee Wenger würde nicht mehr mit einer Terrormiliz verwechselt werden. Genauso wenig wie jede andere Frau mit diesem Vornamen.

Dabei hätte Facebook Isis Anchalee Wenger kennen können: Im August startete sie die Kampagne #LookLikeAnEngineer. Sie und andere Software-Entwicklerinnen veröffentlichten Selfies von sich und protestierte damit gegen Sexismus in der Branche. 

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