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Panorama Nasa bastelt an neuem Überschallflugzeug
Nachrichten Panorama Nasa bastelt an neuem Überschallflugzeug
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16:43 25.07.2017
So könnte die Überschallmaschine X-plane aussehen. Quelle: NASA
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Hannover

Von Paris nach New York in nur drei Stunden – das konnte nur die Concorde. Die Tickets für den Überschallflug waren zwar 20 Prozent teurer als ein First-Class-Ticket , dafür durchbrach man im Ledersessel über dem Atlantik aber auch die Schallmauer – und zwar mit einem lauten Knall.

Die Konsequenz waren zahlreiche Lärmbeschwerden, die neben wachsenden Sicherheitsbedenken bei gleichzeitig sinkender Nachfrage 2003 zur Einstellung des Concorde-Betriebes führten. Seit dem arbeitet die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa an einer ebenbürtigen Nachfolgerin für die einstige „Königin der Lüfte“.

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Gestern, auf den Tag 17 Jahre nach dem tragischen Absturz einer Concorde-Maschine in Paris, kündigte die Nasa an, ab August Angebote für den Bau eines Überschallfliegers zu sammeln. Voraussetzung: Die Schallmauer darf nur noch mit einem leisen Plopp von 65 Dezibel durchbrochen werden. Maßgeblich sei die Lautstärke von Mercedes-Motoren, sagte Nasa-Projektmanager Peter Coe. Der lästige und vor allem heftige Knall wäre Geschichte.

Das Bild zeigt die Unglücks-Concorde, die am 25. Juli 2000 in Paris abstürzte. 113 Menschen kamen damals ums Leben. Quelle: picture alliance / dpa

Erste Tests im Windkanal sollen bereits erfolgreich verlaufen sein. Und auch eine Miniaturversion wurde bereits vorgestellt. Das Modell „X-plane“ ähnelt allerdings eher einem Zahnstocher als einer ausgewachsenen Passagiermaschine. 390 Millionen Dollar wird die Entwicklung des Flugzeugs voraussichtlich kosten. Die US-Regierung hat bereits Unterstützung zugesagt. Schließlich sollen erste Testflüge bereits 2022 starten – zunächst allerdings nur innerhalb der USA.

Möglicherweise steht dann bereits ein anderes Unternehmen kurz vor der Atlantik-Überquerung. Denn zeitgleich zur Nasa bastelt auch das US-Start-up Boom an einem Überschallflugzeug. Dieses soll 2023 bereits zu ersten Interkontinentalflügen abheben – und zwar ebenfalls in Rekordzeit. 76 Bestellungen verschiedener Fluggesellschaften sollen schon vorliegen. Richard Branson, Gründer der britischen Fluggesellschaft Virgin, soll allein zehn Jets geordert haben.

Von Nora Lysk/RND