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Panorama Neue Beweise
 gegen Alex W.
Nachrichten Panorama Neue Beweise
 gegen Alex W.
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21:11 09.11.2009
Dem Angeklagten Alex W. wird Mord an der schwangeren Aegypterin und versuchter Mord an deren Ehemann zur Last gelegt. Quelle: ddp
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Die Plädoyers waren bereits gehalten, Oberstaatsanwalt Frank Heinrich und sieben Nebenklagevertreter hatten die Höchststrafe für Alex W. gefordert – lebenslange Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Nur der Pflichtverteidiger sollte seinen Schlussvortrag noch halten. Doch dann kam das Fax.

Die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Birgit Wiegand wollte die Verhandlung am Montag nur kurz unterbrechen, doch die Pause dehnte sich. Schließlich erklärte sie, ein Fax aus Russland sei eingetroffen. Darin teilte die Militärbehörde der Stadt Perm mit, dass ein Alexander Igorowitsch Nelzin am 1. Juli 2000 wegen „nicht differenzierter Schizophrenie“ für ein Jahr unter Beobachtung gestellt worden sei. Bei der Person handelt es sich um den Angeklagten, der 2003 nach Deutschland kam und seinen Namen in Alex W. ändern ließ. „Das ist eine neue Situation“, sagte die Richterin, der Prozess werde sich verzögern. Dienstag soll der Psychiater sein Gutachten mit den neuen Fakten ergänzen. Ob die Kammer am Mittwoch wie geplant das Urteil verkünden kann, ist unklar.

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Zuvor hatte Heinrich die Tat vom 1. Juli in einem Saal des Landgerichts als heimtückischen Mord aus niederen Beweggründen eingestuft. W. habe in „Killermanier wie ein Berserker“ auf die Ägypterin und ihren Mann eingestochen, vor den Augen des dreijährigen Sohnes. Er forderte eine Verurteilung wegen Mordes in Tateinheit mit versuchtem Mord und gefährlicher Körperverletzung. Ob die Plädoyers noch einmal gehalten werden müssen, wird sich am Dienstag zeigen.

von Thomas Hartwig