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Panorama Agenten hörten IS zu Airbus-Absturz ab
Nachrichten Panorama Agenten hörten IS zu Airbus-Absturz ab
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09:44 06.11.2015
Nach Hinweisen auf einen möglichen Anschlag verschärfte Ägypten die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen Sharm el Scheich. Quelle: dpa
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Kairo

Die britische Regierung hat nach einem Bericht der BBC Hinweise darauf erhalten, dass eine Bombe im Frachtraum des abgestürzten russischen Passagierflugzeugs war. Die Informationen stützten sich auf abgehörte Gespräche von Milizen auf der Sinai-Halbinsel, berichtete der Sender am Freitag. Eine Quelle dafür nannte die BBC nicht. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf dem Sinai hatte behauptet, für den Absturz verantwortlich zu sein.

Auch ein gemeinsamer Einsatz britischer Agenten und ihrer US-Kollegen hat nach Informationen der Zeitung "The Times" die Erkenntnisse gebracht, die auf eine Bombe als Ursache für den Airbus-Absturz auf der Sinai-Halbinsel schließen lassen. Die Agenten hätten Satelliten eingesetzt, um die elektronische Kommunikation zwischen Extremisten der Organisation Islamischer Staat (IS) in Syrien und in Ägypten abzufangen, berichtet die Zeitung in ihrer Freitagsausgabe. "Der Ton und der Inhalt der Mitteilungen überzeugten die Experten, dass eine Bombe von einem Passagier oder von einem Mitglied des Flughafenpersonals an Bord gebracht wurde", hieß es in dem Bericht, der keine Quellen für seine Informationen nennt.

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Obama: "Wir nehmen das sehr ernst"

Großbritanniens Premierminister David Cameron sagte am Donnerstag, es sehe "mit zunehmender Wahrscheinlichkeit" danach aus, als hätten Terroristen eine Bombe an Bord geschmuggelt. Die britische Regierung berief sich unter anderem auf Geheimdienst-Informationen. Die USA prüfen nach Worten von Präsident Barack Obama sehr genau, ob eine Bombe den russischen Ferienflieger auf dem Sinai zum Absturz gebracht hat. Es gebe die Möglichkeit, dass eine Bombe an Bord war, sagte Obama am Donnerstag dem Radiosender CBS. "Wir nehmen das sehr ernst." Ägypten und Russland mahnten dagegen zu Geduld. Ein Terroranschlag könnte schwere Folgen für die ägyptische Tourismusindustrie haben und auch den Druck auf Russland in der Syrien-Krise erhöhen.

Aufzeichnung nach 20 Minuten abgebrochen

Die Auswertung des Flugschreibers der in Ägypten abgestürzten russischen Passagiermaschine hat Moskauer Medien zufolge allerdings nicht die erhofften Fortschritte gebracht. Die Aufzeichnungen hätten gezeigt, dass alle Systeme des Airbus A321 bis zum "Ereignis" intakt gewesen seien, sagte ein namentlich nicht genannter Experte der russischen Tageszeitung "Kommersant". Etwa 20 Minuten nach dem Start sei die Aufzeichnung abrupt abgebrochen. Möglicherweise seien bei der Abtrennung des Hecks alle Kabel abgerissen worden, die die "black box" mit Sensoren verbinden.

Hoffnung auf beschädigten Stimmrekorder

Fraglich sei, ob der Stimmenrekorder hilfreicher sein könne bei der Suche nach der Ursache des schwersten Unglücks in der Geschichte der russischen Luftfahrt, sagte der Experte. Falls das Flugzeug der sibirischen Gesellschaft Kolavia in wenigen Sekunden zerstört worden sei, hätten die Piloten vermutlich nicht reagieren können. Zudem sei der Stimmenrekorder am Absturzort auf der Sinai-Halbinsel beschädigt geborgen worden. Das Abhören könne daher länger dauern.

20 Flüge bringen Urlauber nach Hause

Nach einem Stopp der Flüge sollen britische Fluggesellschaften am Freitag aber gestrandete Briten aus dem ägyptischen Badeort nach Hause holen. Etwa 20 Flüge verschiedener Linien sind geplant, nachdem London am Donnerstagabend grünes Licht gegeben hatte. Die Urlauber müssen zunächst ihr Gepäck zurücklassen und dürfen nur Handgepäck mitnehmen. Wann der Rücktransport beginnen sollte, war zunächst noch unklar. Das Gepäck soll nachgeliefert werden. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) befanden sich dort auch 2000 Deutsche. Auch deutsche, irische und niederländische Fluglinien strichen Verbindungen nach Scharm el Scheich.

Russische Militärmaschine bringt Opfer zurück

Unterdessen ist eine russische Militärmaschine mit den Überresten der Opfer des Flugzeugabsturzes auf der Sinai-Halbinsel ist vom Flughafen Kairo Richtung Moskau gestartet. An Bord der Maschine sind auch 19 Mitglieder eines russischen Bergungs- und Ermittlungsteam, das am Unglücksort im Einsatz war, wie es am Freitag aus Sicherheitskreisen am Flughafen der ägyptischen Hauptstadt hieß.

dpa/afp/so

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