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Panorama Neuer Prozess um Tod der kleinen Leonie
Nachrichten Panorama Neuer Prozess um Tod der kleinen Leonie
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12:38 31.07.2009
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Der Beamte war im Oktober 2008 zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter am Landgericht hatten es als erwiesen angesehen, dass er die vierjährige Tochter seiner Lebensgefährtin so misshandelte, dass sie starb. Der BGH war in der Urteilsbegründung auf Widersprüche gestoßen. Der suspendierte Polizist hatte seine Unschuld beteuert.

Im ersten Prozess war das Gericht zu der Auffassung gekommen, dass der 40-Jährige mit dem Kind nicht zurechtgekommen war und es geschlagen hatte, nachdem es in die Hose gemacht hatte. Fünf Tage später soll er Leonie erneut so heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass sie bewusstlos wurde und Tage später in einer Kinderklinik starb. In der Neuauflage sollen nun die Richter einer anderen Kammer von einem psychiatrischen Sachverständigen prüfen lassen, ob der Angeklagte möglicherweise im Affekt gehandelt habe. Der BGH hatte zudem beanstandet, dass der Urteilstext zwei um einen halben Tag abweichende Zeitpunkte für die mutmaßliche Misshandlung enthält.

Der Polizeibeamte war nach der Aufhebung des Urteils wieder auf freien Fuß gekommen, der Haftbefehl trotz Fluchtgefahr außer Vollzug gesetzt worden. Der dringende Tatverdacht gegen den 40-Jährigen besteht aber nach wie vor. Auch die 31 Jahre alte Mutter des kleinen Mädchens muss sich bald vor Gericht wegen unterlassener Hilfeleistung und Falschaussage verantworten. Sie hatte den Beamten, den sie inzwischen heiratete, vor Gericht stets gedeckt. Zudem solle sie nach den Misshandlungen keine Hilfe für Leonie geholt haben.

lni