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Panorama Neues Hochwasser in Australien
Nachrichten Panorama Neues Hochwasser in Australien
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14:17 06.01.2011
Quelle: dpa (Archiv)
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Im australischen Bundesstaat Queensland gibt es neuen Flutalarm. Die Ortschaft St. George drohte am Donnerstag zu 80 Prozent unterzugehen, wenn die Dämme am Fluss Balonne wie befürchtet nicht halten. Auf den Philippinen rückte unterdessen die Armee aus, um Zehntausenden Überschwemmungsopfern zu helfen. 26 Menschen sind durch Unwetter seit vergangener Woche dort ums Leben gekommen. Insgesamt sind auf den Philippinen eine halbe Million Menschen von den Unwettern betroffen, in Australien rund 200 000.

Die philippinische Luftwaffe musste untern anderem zwei abgelegene Ortschaften versorgen, die seit einer Woche von der Außenwelt abgeschnitten sind. Erdrutsche hatten den Zugang zu den Dörfern bei St. Bernard in der Provinz Southern Leyte versperrt. Dabei waren mehrere Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben von Bürgermeister Rico Rentuza brauchen vor allem Kinder und ältere Menschen dringend Hilfe. In St. Bernard kamen bei Erdrutschen bereits 2006 mehr als 1000 Menschen ums Leben. Das Unwettergebiet erstreckt sich über 20 Provinzen im Osten und Süden des Inselstaates. 18 000 Menschen mussten in Notunterkünfte flüchten.

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In der australischen Küstenstadt Rockhampton sind die Wasserpegel nach den schweren Überschwemmungen am Montag weiter dramatisch angestiegen

In Australien steht nach wie vor eine Region so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen unter Wasser. Der Bundesstaat Queensland ist flach, es dürfte Wochen dauern, bis das Wasser abläuft, sagen die Behörden. Die rund 3000 Einwohner von St. George im südlichen Queensland waren am Donnerstag im Kriseneinsatz. Sie füllten Sandsäcke, um die Dämme am Fluss Balonne zu verstärken und ihre Häuser zu schützen. Die Ortschaft war erst im vergangenen März überflutet worden. „Es zerrt an den Nerven, dass wir nur abwarten können“, sagte Einwohnerin Ella Worboys im Rundfunk. Die Behörden fürchteten einen Wasserpegel von 14 Metern über dem Meeresspiegel.

Im der Küstenstadt Rockhampton 665 Kilometer weiter nordöstlich entspannte sich die Lage leicht. Das Hochwasser am Fitzroy-Fluss stieg zwar nicht mehr, doch warnte Bürgermeister Brad Carter, dass das Stadtgebiet noch tagelang überflutet bleibe. Er kritisierte Einwohner, die ihre teils unter Wasser stehenden Häusern nicht verlassen wollen. „Wir werden sie nicht mit Einkäufen und anderem versorgen“, sagte Carter. Eine, die den Umzug in eine Notunterkunft bislang verweigert hat, ist Ellen Boswood (90). Sie erlebte die große Flut von 1954 mit. „Ich habe das alles schon mal mitgemacht. Ich bin noch nie gegangen, und damit fange ich jetzt auch nicht mehr an“, meinte sie. Tausende Häuser sind durch die Überschwemmungen in und um Rockhampton beschädigt worden. Es könne ein Jahr dauern, bis die Stadt zur Normalität zurückkehre, sagte Carter.

dpa