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Panorama Neuneinhalb Jahre Haft wegen Mordes an Michelle
Nachrichten Panorama Neuneinhalb Jahre Haft wegen Mordes an Michelle
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13:55 02.10.2009
Die Staatsanwaltschaft fordert zehn Jahre Haft für den angeklagten Daniel V. Quelle: ddp
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Staatsanwalt Klaus-Dieter Müllerhatte am Freitagmorgen in seinem Plädoyer vor dem Leipziger Landgericht zehn Jahre Haft und damit die Höchststrafe im Jugendstrafrecht gefordert. Der 19-jährige Angeklagte habe sich des Mordes, des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs, der Vergewaltigung und der Körperverletzung schuldig gemacht. Daniel V. habe Michelle einem unvorstellbaren „Martyrium“ ausgesetzt.

Daniel V. hatte das Mädchen im August vergangenen Jahres auf dem Heimweg vom Ferienhort abgefangen, in seine Wohnung gelockt, misshandelt und vergewaltigt. Anschließend hatte er Michelle erwürgt und die Leiche in einen Teich geworfen. Der Angeklagte hatte im Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt.

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„Das muss für Michelle ein furchtbarer Todeskampf gewesen sein“, sagte der Staatsanwalt. Daniel V. habe gegenüber dem Mädchen „Gewalt in erheblichem Maße“ ausgeübt. Er habe die Arglosigkeit des Kindes seine körperliche Überlegenheit dem Mädchen gegenüber ausgenutzt. Müller sagte, der Angeklagte habe den Mord nicht von vornherein geplant. Er habe aber mit „unbedingten Tötungswillen“ gehandelt aus Wut darüber, dass er seine Ziele gegenüber dem Mädchen nicht erreichen konnten und aus Furcht vor den Konsequenzen. Die Anklage sehe das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe und der Vertuschung einer Straftat erfüllt.

Die Anwendung des Jugendstrafrechts gegen den zur Tatzeit 18-jährigen Angeklagten begründete der Staatsanwalt mit dessen „erheblichen Defiziten in der sittlichen und geistigen Entwicklung“. Ein Gutachter hatte Daniel V. unter anderem eine leichte autistische Störung bescheinigt, er ist demnach aber voll schuldfähig. Im Anschluss sollten die Verteidigung und die Nebenklage plädieren. Für den frühen Nachmittag wurde das Urteil erwartet.

afp