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Panorama Niederlande wollen Kfz-Steuer in Kilometergebühr umwandeln
Nachrichten Panorama Niederlande wollen Kfz-Steuer in Kilometergebühr umwandeln
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11:18 16.11.2009
Wer viel fährt und dabei mit einem Spritfresser viel CO2 ausstößt und das Klima belastet, muss mehr zahlen als die, die mit emissionsarmen Autos wenig fahren“ Quelle: ddp (Archiv)
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Die Regierung erhofft sich laut Verkehrsministerium dadurch eine Senkung des Ausstoßes von klimaschädlichem CO2 um zehn Prozent sowie weniger Staus und Unfälle. Bisher müssen die niederländischen Autofahrer schon beim Kauf eines Fahrzeugs eine Steuer entrichten, die sich auf durchschnittlich 25 Prozent des Kaufpreises beläuft. Zusätzlich fällt für sie jährlich die Kfz-Steuer an. Ab 2012 soll das System reformiert und an die gefahrenen Kilometer gekoppelt werden. „Jedes Fahrzeug wird mit einem GPS-Sender ausgestattet, der aufzeichnet, wann und wo wieviele Kilometer gefahren werden“, teilte das Verkehrsministerium in Den Haag mit.

Dem Gesetzesentwurf zufolge, dem das Parlament noch zustimmen muss, zahlt der Fahrer eines Durchschnittsautos ab 2012 für jeden zurückgelegten Kilometer drei Cent. Große und schwere Fahrzeuge mit einem hohen CO2-Ausstoß müssen demnach mehr zahlen. Taxis, Behindertentransporte, öffentliche Verkehrsmittel, Motorräder und Oldtimer sind davon befreit. Die Gebühr soll bis 2018 schrittweise auf 6,7 Cent pro Kilometer angehoben werden.

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„Das niederländische Modell geht in die richtige Richtung“, sagte Grünen-Parteichef Cem Özdemir dem „Hamburger Abendblatt“. „Wer viel fährt und dabei mit einem Spritfresser viel CO2 ausstößt und das Klima belastet, muss mehr zahlen als die, die mit emissionsarmen Autos wenig fahren“, sagte er. Das niederländische Modell fördere auch den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und entlaste die Straßen.

Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer forderte die Bundesregierung auf, dem Vorbild der Niederlande zu folgen und die „komplizierte und mit hohem Verwaltungsaufwand“ erhobene Kfz-Steuer hierzulande abzuschaffen. Er kritisierte vor allem die pauschale Berechnung der Abgabe, durch die für ein Auto mit einer Fahrleistung von 100 Kilometern pro Jahr genauso viel fällig ist wie für ein Auto, welches das Tausendfache zurückgelegt hat. Das niederländische Modell sei deshalb eine „gute Sache“.

AFP