Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Niedersachsen friert ein
Nachrichten Panorama Niedersachsen friert ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 03.02.2012
Ein Eisbrecher hält die Fahrrinne des Mittellandkanals bei Mehrum (Landkreis Peine) frei. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Kinder freuen sich über den Schnee, Autofahrer ärgern sich: Der Winter hat Niedersachsen am Freitag fest im Griff gehabt und vielfach für Probleme gesorgt. Der Fährverkehr nach Juist und Wangerooge ruht wegen Eises in den Häfen und niedriger Wasserstände voraussichtlich das komplette Wochenende. Für die anderen Inseln außer Borkum wurden die Fahrpläne eingeschränkt. So sollte am Freitag nur eine Fähre die Insel Spiekeroog ansteuern. Auch die kleine Emsfähre zwischen Ditzum und Petkum bei Emden musste ihren Betrieb wegen zu starken Eisgangs einstellen, teilte der Landkreis Leer mit.

Die Inselflieger stellten nach Schneefällen am Freitagmorgen den Personentransport nach Juist und Wangerooge ein. Die Pisten müssten erst geräumt und die Sicht besser werden, sagten Mitarbeiter der Flugunternehmen in Harlesiel und Norddeich. Dort stauten sich bereits die Postfrachten sowie Material für Handwerker. Sogar Krabben müssen bei der nächsten Wetterbesserung per Luft transportiert werden: Sie sind für die Küche eines Hotels auf Wangerooge bestimmt. Versorgungsengpässe sind aber nicht zu erwarten, weil die Inselgeschäfte Lebensmittelvorräte für mehrere Wochen gelagert haben.

Anzeige

Die Elbe ist inzwischen zwischen Dömitz und Geesthacht für die Schifffahrt gesperrt. Dort passieren nur noch Eisbrecher. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg sorgt sich um mögliche Eisblockaden im Flusslauf, die innerhalb weniger Stunden ein Hochwasser auslösen könnten.
 Die Behörden warnten zum Wochenende auch weiter vor dem Schlittschuhlaufen auf Seen. In Hannover wurde der Maschsee noch nicht freigegeben, da das Eis mit sechs bis neun Zentimetern noch nicht dick genug ist. Mindestens 13 Zentimeter müsse die Eisschicht durchgängig betragen, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Polizei kontrollierte unterdessen verstärkt das Maschseeufer.

Die Wintersportorte im Harz rechnen am Wochenende mit einem großen Besucheransturm. Dort herrschen beste Wintersportbedingungen, sagte ein Sprecher des Harzer Tourismusverbandes. Auch in den niedrigeren Lagen liegt dort Schnee.

Handwerker haben derweil Hochkonjunktur. Geplatzte oder eingefrorene Wasserleitungen sorgen für Dauereinsätze. „Ursache ist häufig schlechte Wärmedämmung“, sagte Reiner Möhle, Geschäftsführer eines Sanitärbetriebs in Osnabrück. Heizungen sollten besser durchlaufen und nicht aus Sparsamkeit abgedreht werden. Franz Kieslich vom Fachverband Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Klempnertechnik in Niedersachsen sah die Lage aber nicht dramatisch: „Insgesamt ist die Situation noch nicht mit der des vergangenen Jahres vergleichbar.“

Der Fachhandel meldete eine sprunghafte Nachfrage nach Heizöl. Durch den Kälteeinbruch habe sich der Energiebedarf für ein Einfamilienhaus ungefähr verdoppelt. Sollte es noch mehrere Wochen kalt bleiben, könne es eng werden, hieß es in der Branche. Die Zwischenlager des Mineralölhandels seien nur mäßig gefüllt, weil die Händler nicht mehr mit stärkerer Nachfrage gerechnet hatten.

frs/dpa

Mehr zum Thema

Die sibirische Kälte lässt die Menschen in Niedersachsen schlottern. Im Landkreis Hameln-Pyrmont starb in der Nacht zum Donnerstag ein gehbehinderter Rentner aus Lehrte bei Hannover – es ist der erste Kältetote dieses Winters in Niedersachsen.

03.02.2012

Bewohnern einer Warschauer Wohnsiedlung könnte nach einem Defekt der Heizungsanlage eine der kältesten Nächte bevorstehen.

02.02.2012

Kein Schlittschuhlaufen auf dem Maschsee: Weil das Eis noch nicht dick genug ist, können die Hannoveraner am Wochenende noch keine Runde über den See im Zentrum der Stadt drehen.

03.02.2012
Panorama Schiffstragödie vor Papua-Neuguinea - Dutzende Vermisste nach Fährunglück
03.02.2012