Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Oberstaatsanwältin fordert lebenslange Haft im Torso-Mordprozess
Nachrichten Panorama Oberstaatsanwältin fordert lebenslange Haft im Torso-Mordprozess
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:48 05.01.2011
Quelle: Tim Schaarschmidt (Symbolbild)
Anzeige

Das sagte die Anklagevertreterin am Mittwoch vor dem Braunschweiger Landgericht.

Hintergrund der Tat war ein Streit um 300.000 Euro. Der Fleischermeister hatte dem Opfer das Geld als Beteiligung an einem Sexklub gegeben. Die erwartete Super-Rendite war aber ausgeblieben. 2007 hatte das Landgericht den heute 49 Jahre alten Vater zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es damals als erwiesen an, dass der Mann den 35-Jährigen ermordet, den Toten verstümmelt und die Leichenteile in die Okertalsperre im Harz geworfen hatte.

Anzeige

Der Verdacht gegen den Sohn hatte sich erst später erhärtet. Der 28-Jährige gibt zwar zu, dass er das Opfer am Tattag misshandelte. Er bestreitet jedoch, dass er dem Bordellchef die tödlichen Messerstiche ins Herz versetzte. Sie sehe die Schuld des Angeklagten dennoch als erwiesen, meinte Oberstaatsanwältin Kerstin Stang: „Er ist dem Mordplan seines Vaters beigetreten.“

Verteidigerin Antje Heister plädierte hingegen auf eine achtjährige Haftstrafe wegen Beihilfe zum Mord und Körperverletzung. Ihr Mandant sei „nur als Gehilfe“ an der Tat beteiligt gewesen.

Für einen zweiten Beschuldigten, der sich während der Tat in der Schlachterei aufgehalten hatte, forderte die Anklagevertreterin dreieinhalb Jahre Haft wegen Beihilfe zur Körperverletzung. Sein Mandant akzeptiere dieses Strafmaß, sagte Verteidiger Matthias Waldraff. Das Urteil wird in der kommenden Woche verkündet.

dpa