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Panorama Öffentlichkeit im Bodenfelder Mordprozess ausgeschlossen
Nachrichten Panorama Öffentlichkeit im Bodenfelder Mordprozess ausgeschlossen
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12:59 17.05.2011
Nach dem gewaltsamen Tod von Nina und Tobias wurden in Bodenfelde Kerzen aufgestellt. Quelle: Rainer Dröse
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Im sogenannten Teenagermord-Prozess hat der Angeklagte am Dienstag erstmals mündlich Angaben gemacht. Das Landgericht Göttingen schloss Prozessbeobachter und Zuhörer allerdings für die Dauer der Aussage des 26-Jährigen von der Verhandlung aus.

Grund war ein entsprechender Antrag der Verteidigung. Der Angeklagte, so erklärte der Anwalt, sehe sich andernfalls nicht in der Lage, Angaben zu seinem Lebenslauf und seinen persönlichen Verhältnissen zu machen. Jan O. hatte schriftlich bereits gestanden, im vergangenen November in Bodenfelde (Kreis Northeim) die 14-jährige Nina und den 13 Jahre alten Tobias grausam umgebracht zu haben. Ihm droht möglicherweise die Unterbringung in der Psychiatrie. In solchen Fällen könne die Öffentlichkeit für weite Teile des Prozesses ausgeschlossen werden, sagte der Vorsitzende Richter.

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Nach der Vernehmung des 26-Jährigen sagte ein Gerichtssprecher, der Angeklagte habe - wie angekündigt - über persönliche Dinge und sein Leben berichtet. Zum Inhalt dieser Aussage dürfe er keine Angaben machen. Jan O. war verschiedenen früheren Zeugenangaben zufolge unter schwierigsten sozialen Bedingungen aufgewachsen. Er gilt als alkohol- und drogenabhängig.

Am Dienstagmorgen hatte das Schwurgericht zunächst die Mutter der getöteten Nina als Zeugin angehört. Die 43-Jährige berichtete, ihre Tochter habe am Abend des 15. November 2010 eine Freundin nach Hause bringen und anschließend zurückkehren wollen. Stattdessen wurde sie Opfer eines Gewaltverbrechens. Wenige Tage später starb am 20. November der 13-jährige Tobias. Die grausam zugerichteten Leichen waren am nächsten Tag nicht weit voneinander entfernt in einem Wäldchen am Rand von Bodenfelde entdeckt worden.

Der Prozess wird am 1. Juni fortgesetzt. Dann soll ein erster Sachverständiger ein psychiatrisches Gutachten über den Angeklagten erstatten.

dpa

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