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Panorama Öl aus chinesischem Frachter wird abgepumpt
Nachrichten Panorama Öl aus chinesischem Frachter wird abgepumpt
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19:40 06.04.2010
Eine ökologische Schatzkammer ist bedroht: Das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens. Quelle: dpa
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Experten wollen die 950 Tonnen Öl an Bord des Frachters durch Schläuche in die Tanks eines Rettungsbootes leiten, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Bis zu vier Tonnen Öl waren am Sonntag schon ausgelaufen. Die Masse zersetzte sich aber, nachdem sie aus der Luft mit Chemikalien besprüht worden war.

„Wir sind einigermaßen sicher, dass es nicht zu einem katastrophalen Bruch des Schiffes kommt“, sagte der Chef der Meeresschutzbehörde, Patrick Quirk. „Es sei denn, das Wetter ändert sich.“ Die Bergungsexperten entschlossen sich zu der Pumpaktion, nachdem klar war, dass der schwer beschädigte Frachter nicht von dem Riff zu bekommen ist.

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In den Küstengebieten von Queensland wuchs die Empörung über den Kapitän des chinesischen Frachters. Das 230 Meter lange Schiff war am Sonnabendabend fernab des zugelassenen Kurses mitten in der Schutzzone auf eine Sandbank am Korallenriff gelaufen. Experten spekulierten, dass der Kapitän nach Aufnahme der Ladung Kohle in Gladstone eine Abkürzung auf das offene Meer nehmen wollte.

Bürgermeister der Küstenregion, die weitgehend von Touristeneinnahmen der Besucher am Great Barrier Reef lebt, waren entsetzt, dass Schiffe offenbar ohne ortskundige Lotsen in der Nähe des Korallenriffs unterwegs sein dürfen. Sie verlangten schärfere Gesetze. Premierminister Kevin Rudd versprach nach einem Überflug am Dienstag eine Untersuchung. „Es ist hanebüchen, dass ein so großes Schiff mitten im Great Barrier Reef mehr als zwölf Kilometer vom Kurs abkam“, sagte er. „Wir werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.“ Der Reederei drohen 3,8 Millionen Euro Strafe. Der Kapitän muss, falls er den Unfall verschuldet hat, mit einer dreijährigen Haftstrafe rechnen.

Experten wie Christian Wild von der Ludwig-Maximilians-Universität München erwarten, dass die große Katastrophe ausbleiben wird. Natürlich könnten 950 Tonnen Öl enormen Schaden anrichten – aber gemessen an bisherigen Ölkatastrophen sei die Zahl gering. Außerdem sei das Katastrophenmanagement der Australier vorbildlich, sie gingen „hervorragend mit derartigen Krisen um“, sagte Wild dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Den Sprecher von WWF Deutschland, Jörn Ehlers, erinnert der Unfall an die Havarie des Holzfrachters „Pallas“ vor Amrum vor etwas mehr als zehn Jahren: „Da waren es 90 Tonnen, also auch keine riesige Menge, und es hat 16.000 Seevögeln den Tod gebracht.“ Wegen der Größe des Great Barrier Reefs sei das Unglück „nun nicht das Todesurteil für das gesamte Riff“. Aber es sei „ein ernster Zwischenfall“.

dpa