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Panorama Ölpest kostet BP bislang 1,6 Milliarden Dollar
Nachrichten Panorama Ölpest kostet BP bislang 1,6 Milliarden Dollar
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09:53 14.06.2010
Seit Wochen versucht BP das Ölleck im Golf von Mexiko erfolglos zu schließen. Quelle: dpa
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Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat den britischen Energiekonzern BP nach eigenen Angaben bislang rund 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) gekostet. In dieser Summe seien Ausgaben für die Eindämmung des Ölteppichs und die Säuberung verseuchter Küstengebiete enthalten, teilte das Unternehmen am Montag in London mit. Außerdem seien Forderungen der US-Regierung beglichen und erste Schadenersatzzahlungen geleistet worden. BP wies darauf hin, dass es noch „zu früh“ sei, um die endgültigen Kosten der Ölkatastrophe abzuschätzen. Die Schätzungen von Experten reichen von 30 bis zu 100 Milliarden Dollar.

Am 20. April war die BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem fließt Öl ins Meer, zahlreiche Küsten in den USA sind bereits verschmutzt. Es ist die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. US-Präsident Barack Obama sollte am Montag und Dienstag zum vierten Mal seit der Explosion der Bohrinsel in die von der Ölpest betroffenen Gebiete am Golf von Mexiko reisen.

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Die größten Energiekonzerne gehen wegen der Ölpest vor der US-Küste einem Pressebericht zufolge erstmals auf Distanz zu dem britischen Konzern BP. Die Marktführer Exxon, Shell, Chevron und ConocoPhillips werfen dem Unternehmen vor, die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sei „vermeidbar“ gewesen, schrieb die Wirtschaftszeitung „Financial Times“ am Montag.

Entsprechend wollten sich Vorstände der BP-Konkurrenten diesen Dienstag in einer Anhörung im US-Parlament äußern. Der Zeitung zufolge wollen sie argumentieren, dass bei Befolgung „bester Branchenstandards“ solche Unfälle nicht passieren könnten. Die Konzerne wollen demnach bezwecken, dass die USA und andere Länder die Vorschriften für künftige Tiefsee-Bohrungen nicht verschärfen.

Washington hatte bereits einen sechsmonatigen Bohrstopp im Golf von Mexiko erlassen. Seit Mitte April strömen dort täglich gewaltige Mengen Rohöl aus dem Bohrloch der Plattform „Deepwater Horizon“, die im April explodiert war.

Wegen der Ölpest ist der BP-Konzern stark unter Druck, seine Dividende für das zweite Quartal auszusetzen. Am Montag wollte der Vorstand darüber in einer Telefonkonferenz beraten. Eine Möglichkeit ist, dass BP die Dividendenzahlung an die Aktionäre in einen speziellen Fonds verschiebt, bis die Kosten der Ölkatastrophe - wie zum Beispiel Schadenersatzforderungen - absehbar und abgearbeitet sind.

US-Präsident Barack Obama wird am Mittwoch mit dem BP-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Henric Svanberg und vermutlich auch mit BP-Chef Tony Hayward zusammentreffen.

afp/dpa