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Panorama Oscar Pistorius kämpft um Freilassung auf Kaution
Nachrichten Panorama Oscar Pistorius kämpft um Freilassung auf Kaution
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19:17 21.02.2013
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Pretoria

Staatsanwaltschaft und Verteidigung lieferten sich am Donnerstag erneut eine erbitterte Wortschlacht über eine mögliche Freilassung des Athleten gegen Kaution. Pistorius-Anwalt Barry Roux prangerte vor dem Magistratsgericht in Pretoria angebliche Falschinformationen des Staatsanwalts und krasse Fehler der Ermittlungsbeamten am Tatort an. Da es keine Beweise für den Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft gebe, müsse Pistorius bis zum Prozessbeginn gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt werden, sagte der Anwalt.

Der beinamputierte Profisportler wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, am Donnerstag vergangener Woche seine Freundin Reeva Steenkamp (29) "vorsätzlich" ermordet zu haben. Der 26-Jährige sagt, er habe in der Nacht seine Freundin aus Versehen erschossen, weil er glaubte, im Badezimmer befinde sich ein Einbrecher.

Nach tödlichen Schüssen auf die Freundin von Oscar Pistorius steht der sechsmalige Paralympics-Sieger aus Südafrika unter Mordanklage. Der 26 Jahre alte südafrikanische Leichtathlet war im vergangenen Sommer als erster beidseitig amputierter Athlet auf Hightech-Karbon-Prothesen bei den Olympischen Spielen in London gestartet.

Magistratsrichter Desmond Nair will nun am Freitag, dem vierten Tag der außergewöhnlich langen Kautions-Anhörung, seine Entscheidung treffen. Staatsanwalt Gerrie Nel argumentierte am Donnerstag, dass Pistorius selbst dann wegen Mordes angeklagt werden müsse, wenn er durch die verschlossene Badezimmertür wirklich nur einen Einbrecher habe erschießen wollen. "Selbst nach seiner Version gab es ja keine wirkliche Bedrohungssituation." Pistorius sei offensichtlich darauf aus gewesen, sich zu bewaffnen, zu schießen und zu töten. "Was bleibt, ist der geplante Mord eines Eindringlings. Pistorius zeige keine Bereitschaft, die Verantwortung für seine Tat zu übernehmen.

In einem Kreuzverhör des Pistorius-Anwalts musste der leitende Polizeiermittler Hilton Botha zugeben, dass am Tatort keine Belege dafür gefunden worden seien, die den Darstellungen des Athleten widersprächen. Zudem bestätigte er verschiedene Pannen bei den Ermittlungen, so etwa das Übersehen einer Pistolenkugel oder fehlende Ergebnisse der ballistischen Untersuchungen. Inzwischen ist Botha selbst von seinen Aufgaben entbunden worden. Mordermittlungen gegen ihn wurden wieder aufgenommen. Er soll 2009 auf einen Kleinbus mit sieben Insassen geschossen haben

Oscar Pistorius sei noch in einem "Schockzustand", sagte sein Onkel, Arnold, in einem Fernsehinterview am Mittwochabend. Oscar sei tieftraurig, dass er selbst es war, der seine Liebe umgebracht habe. Er werde sicher lange brauchen, um damit fertig zu werden. "Oscar wird das überleben. Es wird hart werden, weiter zu machen, aber er ist einer, der überlebt." Auf Oscar Pistorius' Internetseite äußert sich die Familie zu dem Fall. "Wir glauben, dass sich alles als ein schrecklicher und tragischer Unfall herausstellen wird", ist dort zu lesen. Außerdem sind dort zahlreiche Nachrichten von Pistorius-Unterstützern zu lesen.

Im Fall einer Verurteilung wegen "vorsätzlichen Mordes" droht dem Sportler eine lebenslange Haftstrafe, mindestens aber 15 Jahre Gefängnis. In Südafrika gibt es Einrichtungen, die speziell für behinderte Gefangene ausgerüstet sind.

Der US-Sportartikelhersteller Nike lässt seine Zusammenarbeit mit Pistorius ruhen. "Nike hat seinen Vertrag mit ausgesetzt", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. "Wir glauben, dass man Oscar Pistorius ein ordentliches Gerichtsverfahren ermöglichen sollte und wir werden die Lage weiter sehr genau beobachten". Auch andere Wirtschaftspartner verzichten zurzeit auf eine Werbung mit dem Paralympics-Star.

dpa

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