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Panorama Papst lockt Niedersachsen an
Nachrichten Panorama Papst lockt Niedersachsen an
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10:42 21.09.2011
Papst Benedikt lockt mit seinem Deutschlandbesuch auch viele Niedersachsen an. Quelle: dpa
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Hildesheim/Osnabrück

Wie das Bistum mitteilte, geht die Pilgerfahrt per Bus von Hildesheim nach Duderstadt. Bischof Norbert Trelle will ab dort gemeinsam mit den Pilgern den neun Kilometer langen Fußweg zur Wallfahrtskapelle von Etzelsbach wandern. „So nahe ist ein Papst unserem Bistum wohl noch nie gewesen“, sagte der Bischof. Der Papst hält sich von Donnerstag bis Sonntag in Deutschland auf.

Hunderte Katholiken setzen sich auch aus der Region Oldenburg Richtung Papst in Bewegung, teilte das Bischöflich Münstersche Offizialat in Vechta mit. Von Jugendlichen bis zu Senioren seien alle Altersgruppen vertreten. Ziele sind sowohl die Gottesdienstfeier mit dem Papst im Berliner Olympiastadion als auch der Papstbesuch in Freiburg.

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Der Musikverein aus dem südoldenburgischen Bakum (Kreis Vechta) musiziert auf Einladung des Bistums Erfurt im Vorprogramm zum Vespergottesdienst des Papstes im in Etzelsbach, zu dem 50.000 Pilger erwartet werden. Im Bistum Osnabrück organisieren ebenfalls viele Kirchengemeinden Pilgerfahrten nach Berlin und ins Eichsfeld.

Der geplante Boykott der Bundestags-Papstrede durch etwa 100 Parlamentarier stößt derweil bei Spitzenpolitikern von SPD und CDU auf Unverständnis. „Mich bekümmert ein bisschen der aggressive Unterton und die öffentliche Aufregung, mit der das inszeniert wird“, sagte Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) am Mittwoch im Deutschlandfunk. Der Rede des Papstes am Donnerstag im Bundestag wollen etwa 100 Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken fernbleiben, weil sie seinen Auftritt für unvereinbar mit der religiösen Neutralität des Staates halten.

Thierse betonte, dass der Papst mit Zustimmung aller Fraktionen in das Parlament eingeladen worden sei. „Kein Abgeordneter, der zuhört, muss den Ansichten des Papstes zustimmen“, sagte Thierse. Es sei mehr Gelassenheit gefragt. Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) fand kein Verständnis für den Boykott der Papstrede. Benedikt XVI. sei „einer der größten Denker unserer Zeit“, sagte Schavan.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, äußerte Zweifel, ob der Bundestag der richtige Ort für die Rede sei. „Wir haben in der Vergangenheit auch ähnliche Begehren, zum Beispiel des Dalai Lama, abgewehrt mit der Begründung, dass wir keine Religionsführer vor dem Deutschen Bundestag reden lassen wollen“, sagte Beck.

dpa