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Panorama Papst ruft bei Christmette zu mehr Brüderlichkeit auf
Nachrichten Panorama Papst ruft bei Christmette zu mehr Brüderlichkeit auf
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15:35 25.12.2010
Papst Benedikt XVI. Quelle: afp
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Bei der Christmette im Vatikan hat Papst Benedikt XVI. zum Frieden in der Welt und zu mehr "Brüderlichkeit" aufgerufen. Bei den Weihnachtsfeierlichkeiten in der Stadt Bethlehem im Westjordanland betete der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, für Frieden im Nahen Osten.

"Herr, zerbrich die Stöcke der Treiber, verbrenne die dröhnenden Stiefel, lass die Zeit der blutbefleckten Mäntel zu Ende gehen", betete der Papst vor tausenden Gläubigen im Petersdom. "Richte die Herrschaft deiner Wahrheit und deiner Liebe auf in der Welt", fügte er hinzu.

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Vor dem Beginn der Messe hatte Benedikt an der Enthüllung der traditionellen Krippenlandschaft auf dem Petersplatz teilgenommen. Er erschien dazu an einem Fenster im Apostolischen Palast und zündete eine Kerze an. Währenddessen harrten auf dem Petersplatz trotz strömenden Regens zahlreiche Gläubige aus.

Am ersten Weihnachtsfeiertag spendet der Papst traditionell den Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) und spricht in zahlreichen Sprachen den Weihnachtssegen. Zu der Zeremonie werden erneut tausende Gläubige erwartet. Die Papstmessen zu Weihnachten und zu Neujahr werden in diesem Jahr in sechs Sprachen live im Internet übertragen und können auch weltweit auf dem iPhone empfangen werden.

Auch in Bethlehem kamen tausende Menschen zur Christmette in der St.-Katharinen-Kirche neben der Geburtskirche zusammen. "Es ist unser Wunsch für dieses Fest, dass die Glocken unserer Kirchen den Lärm der Waffen in unserem verwundeten Nahen Osten übertönen", sagte Twal während der Messe, an der auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teilnahm. Der ranghöchste Geistliche der römisch-katholischen Kirche im Heiligen Land rief zum Dialog der Religionen auf.

In Deutschland riefen die Vorsitzenden von katholischer und evangelischer Kirche zu mehr Mitmenschlichkeit auf. "Wir haben die Vision von einer Gesellschaft der Solidarität, in der einer für den anderen mitsorgt", sagte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, der "Süddeutschen Zeitung". Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, sagte im Deutschlandradio Kultur, das Wichtigste im Leben seien "die Beziehungen zu anderen Menschen und zu Gott".

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat in seiner Weihnachtspredigt davor gewarnt, Gott aus dem Alltag der Menschen zu verbannen. Dort, wo man Gottes Geist aus dieser Welt hinausbringt, wo man ihn gleichsam wieder ausbürgert, indem man die Kreuze aus den Gerichtssälen trägt, dort gerate die Welt wieder in den vorweihnachtlichen Unheilszustand. Sie werde wüst und wirr wie am Anfang. Der Mensch dürfe nicht versuchen, sich die Welt anzueignen, denn das könne nur schiefgehen, sagte Meisner im Kölner Dom.

afp/dpa