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Panorama Papst ruft zur Abkehr von Gewalt auf
Nachrichten Panorama Papst ruft zur Abkehr von Gewalt auf
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17:12 27.10.2011
Der Papst ruft zu Frieden zwischen Religionen auf. Quelle: dpa
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Rom

Mit einem Aufruf zum Weltfrieden und gegen religiös begründete Gewalt hat Papst Benedikt XVI. das Friedenstreffen in der mittelitalienischen Stadt Assisi eröffnet. Wenn Terrorismus religiös motiviert werde, dann diene Religion nicht dem Frieden, „sondern der Rechtfertigung von Gewalt“, sagte Benedikt am Donnerstag in Assisi vor Hunderten Vertretern von Weltreligionen und Kirchen aus mehr als 50 Ländern. Vor 25 Jahren hatte Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. (1920-2005) in Assisi zum ersten Weltgebetstreffen eingeladen.

„Als Christ möchte ich an dieser Stelle sagen: Ja, auch im Namen des christlichen Glaubens ist in der Geschichte Gewalt ausgeübt worden“, räumte das Oberhaupt von knapp 1,2 Milliarden Katholiken ein. „Wir bekennen es voller Scham“, wobei es völlig klar sei, dass dies ein Missbrauch des christlichen Glaubens gewesen sei, erklärte Benedikt vor den in der Basilika von Assisi versammelten Vertretern von Buddhismus, Hinduismus, Islam, Judentum und christlichen Kirchen.

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Seit dem ersten Welttreffen am Geburtsort des Heiligen Franz von Assisi 1986 hätten Frieden und Freiheit sich nicht durchgesetzt, so der Papst. Er geißelte den Terrorismus und Feindseligkeiten gegen Religionen in einer Zeit, die von einem Verlust an Menschlichkeit geprägt sei. „Die Schrecknisse der Konzentrationslager zeigen in aller Deutlichkeit die Folgen der Abwesenheit Gottes“, sagte der deutsche Papst. Er sprach von einer „Verwahrlosung des Menschen, mit der sich ein geistiger Klimawandel lautlos und umso gefährlicher vollzieht.“ Weil Gewalt selbstverständlich werde, zerstöre das den Frieden, der Mensch zerstöre sich in dieser Feindseligkeit selbst.

Auch Vertreter von Islam, Hinduismus sowie von orthodoxen Kirchen berichteten von Gewalt im Namen der Religion und auch gegen Gläubige sowie von der Suche nach friedlichen Lösung in diesem Spannungsfeld. Der Lutheraner und Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, erinnerte an die anhaltenden Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern, da eine Lösung für die heilige Stadt Jerusalem fehle.

Ein streng bewachter Sonderzug hatte Benedikt und die Delegationen aus aller Welt direkt vom Vatikan in die Stadt des heiligen Franz von Assisi gebracht. Zudem hatte Benedikt auch „nicht-glaubende“ Intellektuelle eingeladen. Das Treffen stand unter dem Motto „Pilger der Wahrheit, Pilger des Friedens“ und sollte am frühen Abend mit einer Bekräftigung des Friedensaufrufs von 1986 beendet werden.

Das Motto bedeute, dass alle gemeinsam den „Einsatz für den Aufbau des Friedens erneuern“, hatte Benedikt am Vortag erklärt. Der Papst wolle das Gebet, das Fasten und das Pilgern praktizieren, was alle Religionen gemein hätten, und damit auch zeigen, dass die Religionen friedensschaffende Faktoren seien, sagte Kardinal Jean-Louis Tauran, Präsident des vatikanischen Rates für den interreligiösen Dialog.

dpa

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